Die universellen Menschenrechte sollten den Unterschieden zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Religionen oder Weltbilder die Bedeutung nehmen. Doch selbst im globalen Norden geht der Trend in die andere Richtung: Immer mehr Menschen betonen ihre Identität als Mitglied einer diskriminierten Gruppe, grenzen sich so von der Mehrheitsgesellschaft ab und reklamieren besondere Rechte für sich. Günther Schlee, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle, hat über Jahrzehnte die Dynamik und Motive erforscht, die hinter Gruppenkonflikten stecken.
Identitätspolitik"Es geht immer mehr um die Sprache selbst"
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Immer mehr Menschen sehen sich als Teil einer diskriminierten Gruppe. Ethnologe Günther Schlee über Identitätspolitik, sprachliche Tabus und die Notwendigkeit einer "abgespeckten Leitkultur".
Interview von Markus C. Schulte von Drach
