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Welthandel:Wie reagiert China?

Konkrete Gegenmaßnahmen hat die chinesische Regierung noch nicht angekündigt. Erste Stellungnahmen deuten aber auf eine Eskalation hin. Das Außerministerium in Peking erklärte, Trump solle seine schädlichen Worte und Taten unterlassen. China wolle keinen Handelskrieg, habe aber auch keine Angst davor. Die Volksrepublik werde ihre legitimen Rechte verteidigen. Mögliche Gegenmaßnahmen würden denen der USA in "Qualität und Quantität" entsprechen, kündigte das Handelsministerium an. Proportional kann China Trumps Ankündigungen allerdings nicht kontern: Trump will Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar jährlich mit Zöllen belegen, China führt nur Produkte im Wert von 130 Milliarden Dollar aus den USA ein.

Welche Möglichkeiten hat das Land noch?

Nun könnte Peking zu extremen Druckmitteln greifen. Amerikanischen Autoherstellern oder Unternehmen wie Apple könnte die Arbeit in China erschwert werden. Für sie ist das Land ein wichtiger Standort. Es wäre möglich, dass die Behörden Genehmigungen für neue Investitionen verzögern und Übernahmen durch US-Firmen aufhalten, vermuten Experten. Auch ein Aufruf zum Boykott amerikanischer Produkte ist denkbar. So ging China schon vor einem Jahr in einem diplomatischen Streit mit Südkorea vor.

China hat zudem großen Einfluss auf die Stabilität des amerikanischen Haushalts. Das Land ist der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten. Die US-Staatsanleihen sind daher ein fragiles Gebilde. Als Anfang des Jahres das Gerücht aufkam, der wichtigste amerikanische Finanzier wolle weniger Papiere kaufen, folgte die Reaktion des Markts prompt. Die Risikoaufschläge, die die USA zahlen müssen, stiegen deutlich über das Niveau anderer Industriestaaten. Macht China irgendwann tatsächlich ernst, ist das für Trump ein schlimmer Rückschlag. Denn er braucht viel Geld, um seine Politik zu finanzieren. Doch der Schritt gilt als unwahrscheinlich. Denn China müsste massenhaft Anleihen verramschen.

Als letztes Mittel könnte China aus Sicht von Analysten seine Währung abwerten. Importe werden so teurer und Exporte billiger. Staaten können so ihre Wettbewerbsfähigkeit im Welthandel verbessern.

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