Chat-GPT:Elon Musk verklagt Open AI und Sam Altman

Chat-GPT: Bekannt als klagefreudig: Elon Musk.

Bekannt als klagefreudig: Elon Musk.

(Foto: Gonzalo Fuentes/Reuters)

Es geht aus seiner Sicht um nicht weniger als um einen Verrat an der Menschheit.

Von Jannis Brühl

Tesla-Chef Elon Musk verklagt das für künstliche Intelligenz bekannte Unternehmen Open AI sowie dessen Führungsfiguren Sam Altman und Greg Brockman. Open AI löste 2022 den weltweiten Hype um künstliche Intelligenz (KI) aus. Seine Programme Chat-GPT, Dall-E und Soma können auf menschliches Kommando beeindruckende Texte, Bilder und Videos erstellen. Die Klage lässt sich in Gerichtsdokumenten nachlesen, die am Donnerstag in San Francisco eingereicht wurden.

Musk, Altman und Brockman gründeten Open AI 2015 als gemeinnützige Organisation. Sie wollten die KI-Technologie in den Dienst der Menschheit stellen. Dazu gehörte vor allem, die Menschen vor einer sogenannten allgemeinen künstlichen Intelligenz (AGI) zu schützen, die ihr gefährlich werden könnte. Als AGI gelten hoch entwickelte Systeme, die praktisch jede Aufgabe so gut erledigen können wie ein Mensch. Das wurde in einer Gründungserklärung festgeschrieben. Als Zeichen seines unkommerziellen Anspruchs sagte Open AI auch zu, seine Technologie quelloffen zur Verfügung zu stellen, damit sie Fachleute überall auf der Welt prüfen und nutzen konnten.

Open AI hat sich eng an Microsoft gebunden

Nun sieht Musk dieses Prinzip verraten, nicht nur, weil die Forschung von Open AI mittlerweile größtenteils im Geheimen stattfindet. Open AI ist in Teilen zu einem kommerziellen Unternehmen geworden. Die Firma hat sich auch eng an den Tech-Konzern Microsoft gebunden. Der unterstützt Open AI mit viel Geld und Rechnerkapazitäten, die entscheidend für Entwicklung und Betrieb mächtiger KIs sind.

In der Klage steht, Open AI entwickle nicht nur eine AGI, sondern "verfeinere sie auch, um die Profite von Microsoft zu vergrößern statt das Wohl der Menschheit".

Musk, Altman und Brockman sahen sich als eine Art Avantgarde, die KI praktisch als Treuhänder im Interesse der Menschheit verantwortungsvoll entwickelt. Dahinter steht auch der Glaube an die "Superintelligenz", die aus einer AGI entwickelt werden könnte. Demzufolge ist es möglich, dass eine KI alle menschliche Intelligenz übersteigt und sich selbständig macht oder auf andere Weise zu einem unkontrollierbaren Risiko wird. Skeptiker in der Forschergemeinde glauben nicht, dass so eine Entwicklungsstufe der Technologie überhaupt möglich ist.

Musk geht es um Altmans kommerziellen Kurs bei Open AI. 2019 gründete er ein Tochterunternehmen der Organisation, das auch Gewinn machen darf. Als der Chatbot Chat-GPT 2022 aus den Open-AI-Labors freigelassen wurde und auf der ganzen Welt Reaktionen auslöste, wurde klar, dass die Programme des Unternehmens viel Geld wert sind. Nun lastet Druck auf Altman, der Unterstützung durch Microsoft auch Gewinne folgen zu lassen.

Der Konflikt zwischen Vertretern der ethischen Prinzipien von Open AI und seinem Gewinnstreben hatte schon beim Rausschmiss von Sam Altman Ende vergangenen Jahres eine Rolle gespielt. Der Verwaltungsrat hatte Altman und Brockman entlassen, die Gründe sind bis heute nicht völlig klar. Erst auf den Druck der Belegschaft und des Großinvestors Microsoft hin kehrten beide wieder an die Spitze des Unternehmens zurück.

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