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Panama Papers:So verdient Trump Geld mit seinem Namen

Der Turm in Panama veranschaulicht, wie das Geschäftsmodell Trumps funktioniert, und warum es so erfolgreich ist. Im Kern besteht es darin, den Namen Trump zu vermarkten. Zweitens geht es darum, an jenem Teil des Gebäudes zu verdienen, der sichere Erträge verspricht, ohne dabei eigenes Vermögen aufs Spiel zu setzen. Die Risiken dagegen bleiben möglichst dem Partner im Joint Venture überlassen. Wer es länger mit Trump zu tun hat, stellt zuweilen fest, dass sich allerhand Kleingedrucktes im Vertrag am Ende meist zugunsten Trumps auswirkt.

In mancher Hinsicht erinnert der Turm in Panama zudem an die politische Karriere Donald Trumps, der sich dieser Tage um die Nominierung der Republikanischen Partei für das Weiße Haus bewirbt. Es geht darum, mit einem großen Namen Aufmerksamkeit zu erregen und sich großen Ertrag zu sichern, ohne aber ein allzu großes Risiko einzugehen. Und sollte die Unternehmung am Ende schiefgehen, stehen genügend Partner oder Sündenböcke bereit, um die Kosten und die Schuld zu tragen. In Wirtschaft wie Politik kann es ein Erfolgsrezept sein, dass man einerseits wie die Überfigur wirkt, sich andererseits aber nicht zu sehr verstricken lässt.

Seine Lizenzierungsfirma hat zuletzt fünf Millionen Dollar abgeworfen

Juristisch wählte Trump für den Ocean Club in Panama eine bewährte Konstruktion. Zum einen würde er an dem Bauwerk verdienen, weil es seinen Namen trägt. Die Einkommensquelle lässt sich bis heute verfolgen, denn Trump hat bei Bekanntgabe seiner Präsidentschaftskandidatur seine Vermögensverhältnisse offengelegt. Seine Lizenzierungsfirma Trump Marks Panama hat demnach zuletzt einen Gewinn von fünf Millionen Dollar pro Jahr abgeworfen. Trump muss dafür nicht viel tun, außer seinen großen Namen zur Verfügung zu stellen. Gelegentlich werben seine Kinder für das Projekt. Auf der Website des Trump Ocean Club preist zum Beispiel seine Tochter Ivanka die Lobby "im Farbton örtlicher Blumen" an, das "Weltklasse-Shopping" in den Boutiquen sowie den Blick auf den Pazifischen Ozean.

Die zweite Einkommensquelle ist der Betrieb des Hotels im Trump Ocean Club. Die Verwaltung übernimmt die Firma Trump Panama Hotel Management LLC. Und die dritte Einkommensquelle liegt zeitweise in den ziemlich schnöden, aber doch lukrativen Aufgaben eines Hausverwalters. Die Firma Trump Panama Condominium Management LLC betreute demnach einst die Privatwohnungen und bat dafür die Eigentümer zur Kasse.

Für die Öffentlichkeit hört es sich so an, als sei Trump höchstpersönlich in Panama aktiv. Dabei vermietet er nur seinen Namen

Der Verkauf dieser Wohnungen dagegen obliegt Roger Khafif und seiner Firma Newland International Properties Corp. Leider hat Khafif Pech. Die Baukosten fallen wie so oft höher aus als erwartet, der Wohnungsverkauf leidet unter der globalen Finanzkrise. Mehrere Käufer sagen erst zu, dann wieder ab. Wenige Monate nach der Einweihung des Ocean Club im Juli 2011, an der Trump sowie Panamas damaliger Präsident Ricardo Martinelli teilnehmen, muss Khafifs Firma Newland Gläubigerschutz beantragen.

Trump tut in der Öffentlichkeit gern so, als sei er Miteigentümer des Ocean Club. "Wir machen dieses großartige, großartige Projekt in Panama, und es verkauft sich wie warme Semmeln", sagt er einmal. Wobei das "wir" suggeriert, der große Bauherr habe selbst etwas hochgezogen. Dass Trump aber gar nicht selbst größere Mengen Geld investiert, etwas baut oder Eigentümer ist, entnimmt man allenfalls dem Kleingedruckten auf der Website. "Trump Ocean Club gehört nicht Donald Trump oder der Trump Organisation und wird nicht von ihm oder ihr entwickelt oder verkauft", heißt es.