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Bergbau - Cottbus:Flutung von ehemaligem Tagebau: Riesiger See soll entstehen

Cottbus (dpa) - Im ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord heißt es am Freitag "Wasser marsch!". Künftig soll dort nach Angaben des Betreibers Brandenburgs größtes Gewässer, der Ostsee, entstehen. Durch eine 1,60 Meter dicke und 145 Meter lange Rohrleitung soll Wasser aus der Spree in das Tagebauloch fließen - insgesamt rund 45 Millionen Kubikmeter jährlich. Mit knapp 19 Quadratkilometer Wasserfläche solle daraus ein riesiger künstlicher See werden, teilte der Braunkohlenkonzern Leag mit.

Auch ein neues Hafenquartier mit Wohnungen, Gewerbe, Tourismus und Wassersport soll dabei entstehen. Das Land fördert den Bau der Kaimauer nach eigenen Angaben mit mehr als fünf Millionen Euro, die Gesamtkosten liegen demnach bei knapp 6,8 Millionen. Im Oktober 2019 soll sie fertig sein.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch will das geplante Hafenquartier zu einem Öko-Stadtteil machen - CO2-neutral. Kelch nannte als Ideen für das neue Viertel Hochhäuser in Holzblockbauweise, Radwege auf Photovoltaik-Platten und Fernwärme aus Seewasser-Pumpen. Der Stadtteil solle in seiner Bilanz mehr Schadstoffe schlucken, als er produziere.

Das Wasser für den neuen See kommt nach Betreiberangaben zu etwa 80 Prozent aus der Spree, circa 20 Prozent werden aus dem Grundwasser bezogen. Der Ostsee wird demnach größer als Schwieloch- und Scharmützelsee - und gut zweieinhalb Mal so groß wie der Große Müggelsee. Im Jahr 2025 wird das Wasser nach Angaben der Leag die notwendige Mindesthöhe von 2,70 Meter in der Mitte des Sees erreicht haben. An den Rändern des ehemaligen Tagebaus kann das Wasser durch die Gräben bis zu 30 Meter tief sein.

Die Füllmenge des Sees wird durch die Flutungszentrale des Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) gesteuert. Der Tagebau war Ende 2015 stillgelegt worden. Seitdem waren nach Leag-Angaben 20 Millionen Kubikmeter Erde zur Formung des Seebeckens und der Ufer bewegt worden.

Aus Sicht von Umweltverbänden in der Lausitz wäre es besser gewesen, man hätte einen etwas tieferen See mit kleinerer Oberfläche angelegt. Die Brandenburger Grünen warnten außerdem davor, die Leag zu schnell aus der Verantwortung für den See zu entlassen, damit nicht die öffentliche Hand für alle Folgeschäden haftet.