Agrar - Stuttgart:Özdemir geht nach Protesten bei G7-Treffen auf Bauern zu

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Ressortchef Cem Özdemir (Grüne) spricht bei der Abschluss-Pressekonferenz des G7-Agrarministertreffens zu Journalisten. Foto: Bernd Weißbrod/dpa (Foto: dpa)

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Stuttgart (dpa/lsw) - Nach Bauernprotesten und einer kurzfristigen Verlegung des G7-Agrarministertreffens in Stuttgart will der deutsche Ressortchef Cem Özdemir (Grüne) auf Landwirte zugehen. Er werde demnächst in Stuttgart, wo er seinen Wahlkreis habe, den Verein Land schafft Verbindung treffen. Das kündigte Özdemir am Samstag nach Abschluss des von ihm geleiteten Treffen mit seinen Amtskollegen der G7-Gruppe an.

Die Konferenz hatte am Freitag auf Schloss Hohenheim im Süden der Landeshauptstadt begonnen. Sie wurde am Samstag aus Sicherheitsgründen in ein Stuttgarter Hotel verlegt.

Özdemir begründete den Ortswechsel mit Protesten von Tierschützern und Bauern in der Nähe des ursprünglichen Tagungsorts Hohenheim. Man habe sicherstellen wollen, dass die "Gäste rechtzeitig wegkommen". Bei der Abschluss-Pressekonferenz sagte der Berliner Ressortchef: "Ich kann Ihnen auch sagen, dass die Kolleginnen und Kollegen sehr entspannt reagiert haben."

Der Verein Land schafft Verbindung hatte zu einem Traktorenprotest während der Konferenz aufgerufen. Auf einem Transparent war bei der Kundgebung zu lesen: "Herr Özdemir! Wir sind kein radikaler Rand!" Der Verein macht sich Sorge um den Fortbestand von Höfen. Die wegen des Kriegs in der Ukraine gestiegenen Kosten spiegelten sich nicht in den Erzeugerpreisen wider, hieß es in einer Mitteilung.

Die Organisation Freie Bauern, die bereits am Freitag protestiert hatte, forderte von Innenminister Thomas Strobl (CDU) Aufklärung über die Verlegung des Treffens. Demonstranten seien in ein falsches Licht gerückt worden, lautete ein Vorwurf.

Schloss Hohenheim liegt in einem großen Universitäts- und Parkareal. Es war während des Konferenzauftakts für Passanten weitgehend zugänglich. Bei einer Pressekonferenz von Özdemir und seinem ukrainischem Amtskollegen Mykola Solskyj unter freiem Himmel hielten sich am Freitag Schaulustige in unmittelbarer Nähe auf.

Der G7-Gruppe gehören neben der Bundesrepublik die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan an.

© dpa-infocom, dpa:220514-99-285960/3

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