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TSV 1860 München:Hasan Ismaik sitzt in der Falle

Hasan Ismaik

Was passiert mit dem Investor Hasan Ismaik bei TSV 1860 München?

(Foto: Andreas Gebert/dpa)
  • 1860-Investor Hasan Ismaik stellte sich mit den Forderungen für einen Geldtransfer nach dem Abstieg selbst eine Falle.
  • Die Berufung des Geschäftsführers Markus Fauser deutet auf eine Insolvenz in Eigenregie hin
  • Am Montag soll bereits das Training für die neue Saison in der Regionalliga beginnen.

In dieser Woche wurden die Planen heruntergerissen, die das Training des TSV 1860 München bisher von der Öffentlichkeit abschotteten. "Die brauchen wir jetzt nicht mehr", sagte Daniel Bierofka, der bislang die U21 in der Regionalliga trainierte und nun eben die erste Mannschaft in der Regionalliga, die der bisherigen U21 ziemlich ähneln dürfte - verstärkt vielleicht durch die beiden Profis Jan Mauersberger und Sascha Mölders, die auch für die vierte Liga ihr Interesse am Bleiben signalisiert haben, und womöglich durch den Rückkehrer Timo Gebhart, der zuletzt bei Hansa Rostock spielte. Am Montag soll bereits Trainingsbeginn sein, Ende Juni geht es in das ursprünglich für die zweite Mannschaft gebuchte Camp in Obertraun.

Wer Bierofka sieht, wie er plant und organisiert, könnte meinen, mit der Rückkehr in den Amateurbereich sei die Welt in Giesing wieder bodenständig geworden. Drumherum jedoch geht der Machtkampf weiter, der nun so logisch ist wie nie zuvor: 1860 hat ja nicht länger nur den ersten arabischen Investor im deutschen Profifußball an Bord. Sondern neuerdings auch den ersten und mutmaßlich letzten arabischen Investor in der Regionalliga Bayern.

TSV 1860 München Ismaik will gegen 50+1-Regel klagen
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Ismaik will gegen 50+1-Regel klagen

Im Machtkampf mit Vereinsvertretern des TSV 1860 kündigt Hasan Ismaik an, gegen die Anti-Investoren-Regel im deutschen Fußball vorzugehen. Er will den Klub ganz übernehmen.   Von Markus Schäflein, Philipp Schneider und Thomas Hummel

Am Dienstag hat der e.V. gegen den Willen von Investor Hasan Ismaik den Insolvenzexperten Markus Fauser als Geschäftsführer der KGaA installiert, der nun handeln wird, wie er handeln muss. Er wird die Buchhaltung unter dem früheren Geschäftsführer Anthony Power prüfen, mögliche Außenstände ermitteln, das alles sammeln - und dann eine saftige Rechnung präsentieren.

Es ist, ob gewollt oder nicht, eine Entwicklung in Gang gesetzt, die sich nun nicht mehr stoppen lässt. "Eine Insolvenz wäre ein immenser Schaden für beide Parteien", sagte der Ismaik-Vertraute Power, daraufhin der tz. "Wir wollen definitiv nicht, dass ein Verein mit einer so reichen Geschichte wie der TSV 1860 verschwindet." Allerdings würde mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht der TSV 1860 verschwinden, sondern nur die KGaA, die zugegebenermaßen in den vergangenen sechs Jahren seit Ismaiks Einstieg auch reich an Geschichte wurde. Allerdings an einer weniger erfreulichen.

Natürlich haben sich die verfeindeten Lager im Klub seit Fausers Installation nicht davon abhalten lassen, an allen Stellen an die Oberfläche zu brechen, ihre Version des traurigen sportlichen Niedergangs zu erzählen und dabei allerlei internen Schmutz nach oben zu spülen. Die PR-Agentur von Hasan Ismaik bedient seither sämtliche Kanäle, wobei sie wieder einmal betonte, dass der Investor seine Anteile für kein Geld der Welt verkaufen würde. Außerdem will er gegen 50+1 klagen, wozu der neue Präsident Robert Reisinger nun sagt: "Mit mir als Präsident wird es keine Klage auf einem Geschäftspapier der KGaA des TSV 1860 gegen 50+1 geben."

Wer trägt Schuld am Absturz in die vierte Liga?

Im Kern drehte sich das "Shitstorm-Pingpong", wie es Reisinger nennt, darum, ob nun e.V. oder Investorenseite die Schuld daran tragen, dass Ismaik seine an sechs Forderungen geknüpfte Elf-Millionen-Zahlung für die Drittliga-Lizenz nicht leistete. Die letzten Züge des Briefwechsels liegen der SZ vor.

In der Nacht auf Freitag um 2.22 Uhr schrieb Vizepräsident Heinz Schmidt eine Mail an Hasan Ismaiks Bruder Yahya und an Andrew Livingston, der für Ismaiks Firma Marya arbeitet. Jene Firma hätte - vorbehaltlich einer späteren Prüfung des DFB - über eine Sponsorenzahlung die Lizenz auf den letzten Drücker retten können. Was die Verlegung von Kompetenzen aus dem paritätisch besetzten Beirat in den von Ismaik dominierten Aufsichtsrat betraf, gab Schmidt eine "verbindliche Zusage von Präsidium und Verwaltungsrat - vorbehaltlich der Änderungen, die die DFL gefordert hat". Er verwies allerdings darauf, dass "bei Änderung der Satzung einer Tochtergesellschaft des e.V. nach aktueller Vereinssatzung die Zustimmung der Mitgliederversammlung erforderlich" ist.

In der Tat wurde ein entsprechender Passus im Jahr 2013 - offensichtlich in weiser Voraussicht - in die Satzung aufgenommen. Jene Satzung wurde maßgeblich von Roman Beer mitgestaltet, dem Fußball-Abteilungsleiter, von dem man sich schon lange gefragt hat, warum Ismaik ihn so hasst. Auch in den anderen vom Investor geforderten Punkten wies Schmidt auf Einschränkungen hin, er erklärte etwa, dass die komplette Übertragung der Jugendabteilung auf die KGaA aus verbandsrechtlichen Gründen nicht möglich sei.