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Fußball:Rummenigge erwartet sinkende Ablösesummen auf Transfermarkt

Fußball
Erwartet sinkende Ablösesummen auf dem Fußball-Transfermarkt: Karl-Heinz Rummenigge. Foto: Matthias Balk/dpa (Foto: dpa)

München (dpa) - Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (64) rechnet angesichts der Corona-Krise mit einem Rückgang der Ablösesummen auf dem Transfermarkt.

"Eines wird mit großer Wahrscheinlichkeit passieren: Der Transfermarkt wird im Sommer Bremsspuren aufzeigen", sagte Rummenigge im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Es wird aufgrund der wirtschaftlichen Not einiger Clubs ein relativ großes Angebot von Spielern auf den Markt kommen - zugleich wird die Nachfrage überschaubar sein. Das wird die Preise auf dem Transfermarkt zum ersten Mal seit dem Bosman-Urteil vor 25 Jahren drücken. Das könnte dazu führen, dass wieder etwas mehr Rationalität ins Geschäft kommt."

Rummenigge und der deutsche Fußball-Rekordmeister wollen in Transferfragen derzeit selber abwarten. "Ich kenne die Zahlen von wichtigen Clubs in Europa ganz gut, unabhängig von der Größe des Umsatzes ist im Moment Liquidität alles", sagte er. "Viele Vereine sind da im Moment nicht optimal aufgestellt, so dass ich nicht glaube, dass im Sommer viele große Transfers getätigt werden."

Der Einführung einer Superliga erteilte Rummenigge vor dem Hintergrund der Corona-Krise eine Absage: "Spätestens jetzt kann es daran gar kein Interesse mehr geben, weil diese Idee nur ein Ziel hatte, nämlich mehr Geld zu verdienen. Solche Überlegungen sind durch die Krise erst mal ad absurdum geführt."

Rummenigge verteidigte erneut das aktuelle Modell. "Ich finde die Statik, wie wir sie jetzt haben, mit Bundesliga und einer Qualifikation für Champions League oder Europa League, kaum änderungsbedürftig. Vielleicht führt diese Krise dazu, dass wir als Clubs nicht mehr so sehr dem Geld hinterherrennen. Ich wünsche mir aber, dass die Krise von allen überstanden wird - ohne Abbruch der Saison", sagte der Münchner Vorstandschef.

Es gibt schon seit langem einen Machtkampf zwischen der European Club Association (ECA) als Vertreter vieler Spitzenvereine und dem Verbund der Europäischen Fußball-Ligen, zu dem auch die Deutsche Fußball Liga gehört. Die ECA plädiert für ein automatisches Startrecht erfolgreicher Clubs in der folgenden Saison und mehr Gruppenspiele. Die Ligen setzten sich dafür ein, dass die Europapokal-Startplätze weiter nur anhand der Platzierung in den nationalen Ligen verteilt werden.

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