Separatisten in der EU:Flandern

In Belgien gibt es einen Konflikt zwischen den Gemeinschaften der Flamen und der Wallonen. Schon um die Sprache wird gestritten: Die Menschen in Flandern sprechen belgisches Niederländisch (Flämisch), die Bevölkerung in Wallonien ist frankophon. Und es ist offenbar nicht möglich, sich auf eine gemeinsame Landessprache zu einigen. Darüber hinaus ist Flandern reicher als Wallonien. Und die Bereitschaft, diesen Wohlstand mit den Wallonen zu teilen, hat in den vergangenen Jahren deutlich nachgelassen.

Bei den Parlamentswahlen 2010 wurde die für die Unabhängigkeit Flanderns kämpfende Neu-Flämische Allianz (N-VA) mit 17,5 Prozent die stärkste Partei in Belgien. An der Regierung konnte sie sich nicht beteiligen, weil keine wallonische Partei mit ihr koalieren wollte. Allerdings gelang es den übrigen Parteien in Belgien erst nach eineinhalb Jahren, eine Koalition zu finden.

EU parliament election in Belgium

Bei den Parlamentswahlen in Belgien 2014 wurde die N-VA von Bart De Wever stärkste Partei. Die flämische Partei will die Trennung von Wallonien.

(Foto: dpa)

Bei den Wahlen 2014 erreichte die N-VA sogar mehr als 20 Prozent. Nach mehreren Monaten Verhandlungen bildete die Partei eine Koalition mit Christdemokraten und wallonischen Liberalen. Premier ist der wallonische Liberale Charles Michel. Die flämischen Separatisten setzen ihre Bemühungen fort, den belgischen Staat langfristig aufzuspalten - ihre Forderung, Belgien erst einmal in eine Konföderation zweier Staaten umzuwandeln, hat die N-VA aber zurückgestellt, um koalitionsfähig zu sein.

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