Pressekonferenz:Merkel mahnt Erdoğan zu "Verhältnismäßigkeit"

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Weiter sagte sie, man müsse "alles tun, um die Hintermänner aufzuspüren und ihren Strafen zuzuführen". Die Bundesregierung prüfe zudem, wo "zusätzliche Maßnahmen erforderlich" seien.

Die Türkei, insbesondere Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, mahnte die Kanzlerin nach dem gescheiterten Putschversuch zu "Verhältnismäßigkeit". Diese müsse in einem Rechtsstaat "unter allen Umständen gewährleistet werden". Auf Geheiß Erdoğans geht das Land derzeit mit großer Härte gegen mutmaßliche Putschisten und Unterstützer vor. Es gibt Berichte von Folter und über massenhafte Entlassungen, etwa von Richtern und Journalisten. Zudem debattiert das Land über die Wiedereinführung der Todesstrafe.

Merkel hat für den Auftritt in der Bundespressekonferenz ihren Urlaub unterbrochen. Es ist das erste Mal, dass sie Stellung zu dem Anschlag in Ansbach nimmt. Dort hatte am Sonntagabend ein Selbstmordattentäter in einer Menschenmenge eine Bombe gezündet und dabei 15 Menschen zum Teil schwer verletzt, er selbst kam bei dem Anschlag ums Leben.

Die Sommerpressekonferenz der Kanzlerin hat Tradition in der Hauptstadt - sie ist die größte Pressekonferenz des Jahres. Ursprünglich war sie erst Ende August geplant. Im vergangenen Jahr hatte Merkel bei ihrer Sommer-PK am 31. August über die Flüchtlingskrise gesprochen und dabei gesagt: "Wir schaffen das." Dieser Satz gehört heute zu den bekanntesten ihrer Kanzlerschaft.

SZ-Korrespondent Thorsten Denkler mit einer ersten Einschätzung der Pressekonferenz:

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