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Union:Armin der Erste

CDU-Chef Armin Laschet beim Karneval 2020 in seiner Geburtsstadt Aachen.

CDU-Chef Armin Laschet beim Karneval 2020 in seiner Geburtsstadt Aachen.

(Foto: Andreas Rentz/Getty)

Kanzlerkandidat Laschet verzichtet auf eine Direktkandidatur in Aachen - und setzt ganz auf die NRW-Liste. Der Grüne Oliver Krischer vermutet prompt "ein Rückfahrticket" nach Düsseldorf.

Von Christian Wernicke, Düsseldorf

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet wird bei der Bundestagswahl im September auf Platz eins der NRW-Landesliste antreten. Das beschloss der Landesvorstand der CDU einstimmig am Dienstagabend. Den Spitzenplatz habe er als Partei- und Regierungschef im Land verdient, sagte ein Vorstandsmitglied der NRW-CDU der SZ, "er ist unser Armin der Erste".

In der Sitzung bestätigte sich zugleich, dass Laschet auf eine Direktkandidatur in seiner Aachener Heimat verzichtet. Gerüchte über eine solche Absage hatten Parteifreunde zunächst überrascht, zumal der aktuelle CDU-Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis "Aachen I", der Gesundheitspolitiker Rudolf Henke, angeboten hatte, zugunsten des Ministerpräsidenten auf sein bisheriges Direktmandat zu verzichten. Laschets Konkurrenten im Rennen um das Kanzleramt, die Spitzenkandidaten Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD), kämpfen beide um ein Direktmandat: Beide treten im selben Wahlkreis in Potsdam gegeneinander an.

Bei zu vielen Direktmandaten ist der Listenplatz gefährdet

Laschets Entscheidung, so räumen auch Parteifreunde ein, ist nicht ohne Risiko: Sollte die CDU am 26. September in NRW mehr Direktmandate erringen, als ihr proportional nach dem Ergebnis der CDU-Zweitstimmen zustehen, so käme die Landesliste der Partei zunächst nicht zum Zuge. Laschet könnte dann nur in den Bundestag gelangen, falls ihm bei der Verrechnung von sogenannten Überhangs- und Ausgleichsmandaten noch ein Sitz im Parlament zufiele.

Der Kandidat der Grünen in Aachen, der Energieexperte Oliver Krischer, deutete Laschets Taktik prompt als Versuch, sich im Falle einer schweren CDU-Wahlniederlage doch den Verbleib im Amt des NRW-Regierungschefs zu sichern: "Armin Laschet hält sich ein Rückfahrticket nach NRW offen, ganz eindeutig", sagte Krischer der SZ. Um Oppositionsführer im Bundestag zu sein, so Krischer, brauche Laschet - anders als fürs Kanzleramt - ein Mandat im Bundestag: "Aber ein solches strebt er definitiv nicht mit aller Kraft an." Laschet selbst hatte Anfang Mai in einem FAZ-Interview eine Rückkehr nach Düsseldorf ausgeschlossen.

© SZ
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