CDU-Vorsitz:Wie Laschet, Röttgen und Merz um Stimmen werben

CDU-Vorsitz: Friedrich Merz und Norbert Röttgen würden gerne Nachfolger von CDU-Chef Armin Laschet werden. Sie stammen alle aus Nordrhein-Westfalen.

Friedrich Merz und Norbert Röttgen würden gerne Nachfolger von CDU-Chef Armin Laschet werden. Sie stammen alle aus Nordrhein-Westfalen.

(Foto: Imago(3))

Die Bewerber um den CDU-Chefposten wollen in zwei öffentlichen "Live Talks" miteinander diskutieren. Außerdem gibt es Videokonferenzen nur mit den Mitgliedern.

Von Robert Roßmann, Berlin

Wie unterschiedlich die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz auftreten, konnte man am Montag beinahe beispielhaft erleben. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte die drei Herren in die CDU-Zentrale eingeladen, um über die Modalitäten des parteiinternen Wahlkampfs zu sprechen. Norbert Röttgen spazierte bei seiner Ankunft schnurstracks auf die wartenden Journalisten zu, um deren Fragen zu beantworten. Armin Laschet stieg zwar aus seinem Wagen und gab sich gut gelaunt - marschierte dann aber wortlos ins Adenauer-Haus. Und Friedrich Merz ließ sich mit seinem Wagen an allen vorbei direkt in die Tiefgarage fahren - wie es sonst die Kanzlerin tut.

Merz hält sich für den Favoriten im Rennen um den CDU-Vorsitz, und in den meisten Umfragen liegt er tatsächlich vorne. Seit Montag hat er einen neuen Internet-Auftritt. "Neue Zeit. Neue Verantwortung" steht als Motto auf der Homepage. Merz glaubt, dass die neue Zeit seine Zeit sein wird. Norbert Röttgen gilt dagegen als Schlusslicht im Wettbewerb um den Parteivorsitz. Er lässt deshalb keine Chance zum öffentlichen Auftritt ungenutzt. Und wegen seiner außenpolitischen Expertise hat er in diesen stark von der Außenpolitik geprägten Wochen viele Chancen. Es gibt kaum einen Fernsehabend, an dem man Röttgen nicht in irgendeiner Nachrichtensendung entdeckt. Zwischen Röttgen und Merz liegt Laschet - der "Maß und Mitte" zu seinem Motto gemacht hat.

Röttgen hatte sich in den vergangenen Wochen für TV-Dreikämpfe der Kandidaten ausgesprochen, Laschet und Merz hatten dem jedoch nichts abgewinnen können. Je weiter man sich in Umfragen vorne fühlt, desto weniger Interesse hat man an öffentlichen Debatten, die einen wieder zurückwerfen könnten.

Am Ende des Treffens in der CDU-Zentrale war dann auch klar, dass es keinen von einem Fernsehsender ausgerichteten Dreikampf der Kandidaten geben wird. Zwar wolle die CDU "Mitgliedern, Medien und der interessierten Öffentlichkeit" die Chance geben, die drei Kandidaten kennen zu lernen, hieß es anschließend. Im Fokus stünden dabei aber die Mitglieder. Es solle deshalb zwei von der Partei organisierte "öffentliche Live Talks" mit allen drei Kandidaten geben. Sie würden im Konrad-Adenauer-Haus produziert und jeweils circa 90 Minuten dauern. Die CDU-Mitglieder könnten dabei "vorab Fragen an die Kandidaten stellen, die dann live besprochen werden".

Außerdem soll es "drei individuelle und mitgliederexklusive" CDU-Live-Talks mit den Kandidaten geben. Jedem von ihnen soll in diesen Videokonferenzen die Gelegenheit gegeben, alleine mit CDU-Mitgliedern zu diskutieren. Außerdem wurde vereinbart, dass sich die drei Kandidaten "per E-Mail mit einem persönlichen Brief an die CDU-Mitglieder" wenden dürfen.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte nach dem Treffen, die Partei wolle "einen fairen Wettbewerb". Sie sei sich sicher, dass dies dank der jetzt mit den Kandidaten vereinbarten Formate gut gelingen werde.

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