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Alaska:Biden stoppt Ölförderung in arktischem Naturschutzgebiet

Die Wildnis bleibt: Das Gebiet des Arctic National Wildlife Refuge in Alaska, in dem die Trump-Regierung Öl fördern lassen wollte.

(Foto: HANDOUT/AFP)

Und macht damit eine umstrittene Entscheidung seines Vorgängers Trump rückgängig. Der hatte kurz vor Ende seiner Amtszeit noch Bohrrechte vergeben lassen.

Von Gunnar Herrmann

Es ist ein später, aber wichtiger Sieg für Naturschützer und die Ureinwohner Alaskas. US-Präsident Joe Biden hat die Bohrrechte in dem Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge vorerst zurückgezogen. Und damit alle Aktivitäten zu Öl- und Gasförderung in dem Gebiet gestoppt. Die Rechte zur Ölförderung waren in den letzten Wochen der Amtszeit von Präsident Trump vergeben worden - trotz großer Widerstände.

Das Arctic National Wildlife Refuge ist das nördlichste Naturschutzgebiet der USA. Es liegt im Nordosten des Bundesstaates Alaska an der Grenze zu Kanada. Trump wollte in einem Teil dieses Gebietes Ölförderung zulassen - in einem Küstenstreifen, der mit 6500 Quadratkilometern gut siebenmal größer ist als Berlin, aber nur etwa fünf Prozent des gesamten Schutzgebiets ausmacht. Das Vorhaben war ein wichtiger Baustein von Trumps Plan, die Erdölproduktion in den USA anzukurbeln, es wurde bereits 2017 beschlossen. Als das Ende der Trump-Regierung absehbar war, beschleunigte sie Ende vergangenen Jahres die Vergabe der Bohrrechte in dem Naturschutzgebiet, um das umstrittene Projekt noch vor dem Regierungswechsel auf den Weg zu bringen.

Gegner kritisieren, dass bei dem Verfahren eine Reihe von Fehlern passiert sind, etwa Umweltschutzaspekte nur unzureichend geprüft wurden. Es sind deshalb bereits einige Gerichtsverfahren anhängig. Naturschützer argumentieren seit Langem, die Ölförderung zerstöre eines der letzten Wildnisgebiete der USA . Ureinwohner fürchten um ihre traditionelle Lebensweise, die unter anderem von den wilden Karibu-Herden in dem Naturschutzgebiet abhängt.

Die Regierung von US-Präsident Biden hat die unter Trump vergebenen Bohrrechte nun wieder eingezogen mit der Begründung, sie wolle die Vergabe noch einmal rechtlich und mit Blick auf den Umweltschutz überprüfen. Dies teilte das US-Innenministerium am Dienstag mit. US-Medien gehen davon aus, dass der vorläufige Stopp mit einem endgültigen Aus für die Ölförderung in dem Gebiet enden könnte. Biden erfüllt damit ein Wahlversprechen - er hatte sich im Wahlkampf stets gegen das Projekt im Arctic National Wildlife Refuge ausgesprochen. Seine Regierung war zudem zuletzt von Umweltschützern mehrfach kritisiert worden, weil sie andere unter Trump begonnene Öl-Förderprojekte nicht stoppte.

An vielen Orten rund um den Nordpol befinden sich große Rohstoffvorkommen - neben Erdgas und Erdöl auch Uran und seltene Erden. Ihre Ausbeutung ist auch in anderen Arktis-Anrainerstaaten wie Norwegen oder Grönland immer wieder ein Streitthema.

Mit Material von Bloomberg

© SZ/Bloomberg/kml
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