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Atomkonflikt:Nordkoreas Machthaber: USA können uns niemals den Krieg erklären

  • Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un warnt die USA in seiner Neujahrsansprache, dass er einen "Atomwaffen-Knopf" auf seinem Schreibtisch habe. Das amerikanische Festland liege in Reichweite der "nuklearen Schlagkraft" des nordkoreanischen Militärs.
  • Gleichzeitig sagt Kim, dass er die Waffen nur einsetzen werde, wenn sein Land bedroht sei.
  • Ganz anders die Zeichen in Richtung Südkorea: Kim strebt nach eigener Aussage einen Dialog mit dem verfeindeten Nachbarn an.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat die abschreckende Wirkung seiner Atomwaffen beschworen und sich gleichzeitig offen für Gespräche mit dem Süden gezeigt.

Nordkorea habe 2017 das historische Ziel erreicht, seine nukleare Streitmacht "zu vervollständigen", sagte er in einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Neujahrsansprache. Die USA sollten wissen, dass er einen "Atomwaffen-Knopf" auf seinem Schreibtisch habe. "Das gesamte US-Festland ist in Reichweite unserer nuklearen Schlagkraft. (...) Die Vereinigten Staaten können niemals einen Krieg gegen mich oder unser Land beginnen."

Das sei keine Drohung, so Kim, sondern die Realität. Nordkorea werde seine Atomwaffen aber nur einsetzen, wenn die Sicherheit des Landes bedroht sei. Das abgeschottete Land hatte bereits Ende November nach einem Raketentest erklärt, das gesamte Staatsgebiet der USA liege nun in Reichweite seiner Nuklearwaffen. Die Spannungen auf der Halbinsel haben sich in den vergangenen Monaten nach neuen Raketen- und Atomtests des Nordens verschärft.

Auch die Rhetorik verschärfte sich auf beiden Seiten. US-Präsident Donald Trump etwa bezeichnete Kim mehrfach als "kleinen Raketenmann". Die jüngsten Äußerungen von Nordkoreas Diktator kommentierte der US-Präsident zunächst zurückhaltend. Kurz vor einer Silvesterparty auf seinem Anwesen in Florida sagte er auf Kims Neujahrsansprache angesprochen: "Wir werden sehen."

Kims Agenda für 2018

Die Neujahrsansprache des nordkoreanischen Machthabers gilt traditionell als Richtwert für die politische Agenda Nordkoreas im kommenden Jahr. In diesem Jahr trug Kim Anzug und Krawatte im westlichen Stil. Auch die Beziehung zum verfeindeten Nachbar Südkorea thematisierte er.

Das Verhältnis von Nord- und Südkorea müsse sich verbessern, forderte Kim. Insbesondere nannte er die bald beginnenden Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. Regierungsvertreter beider Länder sollten sich dringend treffen, um das Senden einer nordkoreanischen Delegation zu besprechen.

Der Machthaber betonte zudem die wirtschaftlichen Errungenschaften des Landes. 2018 werde wichtig sein, die Lebensstandards der Nordkoreaner zu verbessern.

Südkorea hat einem Agenturbericht zufolge positiv auf die Neujahrsansprache reagiert. Das Präsidialamt begrüße die Rede, berichtete die Agentur Yonhap am Montag.

© SZ.de/AP/Reuters/jobr/jsa

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