Ungleiche Bezahlung:Die Billig-Bürgermeisterin

Ungleiche Bezahlung: B3 für die Frau, B4 für die Männer: Astrid Siemes-Knoblich, frühere Bürgermeisterin von Müllheim in Baden-Württemberg, fordert vor Gericht das entgangene Gehalt ein.

B3 für die Frau, B4 für die Männer: Astrid Siemes-Knoblich, frühere Bürgermeisterin von Müllheim in Baden-Württemberg, fordert vor Gericht das entgangene Gehalt ein.

(Foto: Alexander Dietrich)

Astrid Siemes-Knoblich wurde als Rathauschefin von Müllheim schlechter bezahlt als die beiden Männer, die vor und nach ihr das Amt führten. Nun verklagt sie die Stadt - es könnte ein Präzedenzfall werden.

Von Oliver Klasen

18 Prozent, das ergibt sich aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, haben Frauen im vergangenen Jahr weniger verdient als Männer. Sie sind oft in sozialen Berufen tätig, die unsere Gesellschaft meint, weniger wertschätzen zu können als die Arbeit als Bauingenieur oder Systemelektroniker. Und sie übernehmen viel mehr sogenannte Care-Arbeit, also Waschen, Kochen, Putzen, Kinder von der Kita abholen, Kinder ins Bett bringen, Kuchen für den Kindergeburtstag backen und - nicht zu unterschätzen - daran denken, dass dieser Kuchen gebacken werden muss. Und ja, es gibt auch heute noch Arbeitgeber, die Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bezahlen als Männern, direkte Diskriminierung also.

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