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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Katz mich mal!

Lawyer on Zoom
(Foto: Twitter)

Wie ein US-amerikanischer Anwalt in einer Video-Konferenz am Katzenfilter verzweifelt.

Von Moritz Geier

Wenn Loriot sich einen Sketch über das Internet hätte ausdenken können, wahrscheinlich hätte er vier seriöse Herren in eine Zoom-Konferenz gesetzt und darüber streiten lassen, dass einer von ihnen darauf besteht, den Katzenfilter zu benutzen. ("Mit Ihnen teilt meine Ente das Internet nicht!") Für alle, denen Loriot vertrauter ist als der Katzenfilter: Dabei handelt es sich um einen Gimmick in einem Videogespräch, der das eigene Gesicht in das einer Katze verwandelt, nur Mund und Augen bewegen sich im Sinne des Sprechers.

Manchmal aber ist die Wirklichkeit der allerbeste Sketch. Die Protagonisten: drei US-amerikanische Anwälte und ein Richter vom 394. Gerichtsbezirk in Texas. Zoom-Konferenz, eigentlich soll über einen Fall gesprochen werden, aber einer der Anwälte hat sich verkatzt. Richter Ferguson: "Mr. Ponton, ich glaube, Sie haben einen Filter angeschaltet, Sie sollten vielleicht..." Kätzchen unterbricht, stöhnt. "Ach, wir versuchen... Können Sie mich hören, Richter?" Ferguson: "Das können wir. Ich glaube, es ist ein Filter." Kätzchen: "Ja und ich weiß nicht, wie ich ihn loswerde. Meine Assistentin versucht gerade, aber... Ach! Ich bin bereit, notfalls so weiterzumachen. Ich bin hier live, ich bin keine Katze!"

Danke, Mr. Ponton, für diesen großartigen Auftritt! Sie sind wie die Chefin jener Lobbygruppe aus Washington, D.C., die ja auch keine Kartoffel ist, aber ihre Teams-Konferenz vor ein paar Monaten versehentlich als ebensolche bestritt. Sie sind eine liebenswerte Version jener berühmten Pfeife von René Magritte, die ja auch keine wirkliche Pfeife ist - aber dem Anschein nach halt eben doch.

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