Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2020 SPD hält an Zehetner fest

Stefan König überreicht Elke Zehetner eine Flasche Rotbäckchen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Penzbergs Bürgermeisterin ist bei der Bevölkerung umstritten. Trotzdem will ihre Partei erneut mit ihr als Spitzenkandidatin antreten - auch, weil es an wirklichen Alternativen fehlt

Von Alexandra Vecchiato

Elke Zehetner geht bei der Kommunalwahl 2020 erneut als Bürgermeisterkandidatin für die Penzberger SPD ins Rennen. Die Entscheidung fiel in der Aufstellungskonferenz des Ortsvereins am Montag. Von 69 SPD-Mitgliedern votierten 53 für die parteifreie Amtsinhaberin. Auf ihren Herausforderer Andreas Vetter kamen 16 Stimmen. Zehetner forderte Vetter nach dessen Niederlage auf, im nächsten Jahr bei der Kommunalwahl für den Stadtrat zu kandidieren.

Kurz sah es so aus, als ob die Aufstellungskonferenz der Penzberger SPD für den Bürgermeisterkandidaten vom kleinen in den großen Saal der Stadthalle umziehen müsste. Mit diesem Ansturm habe man nicht gerechnet, meinte der örtliche Parteichef Bayram Yerli zu Beginn der Versammlung. Etwa 100 SPD-Mitglieder und Interessierte drängten sich in dem Raum. Anfangs waren noch 72 von den insgesamt 112 stimmberechtigten Sozialdemokraten anwesend. Vor der Abstimmung hatten jedoch drei Mitglieder die Konferenz wieder verlassen.

Auch wenn Vetters Name auf den orangefarbenen Stimmzetteln bereits stand, wurde er offiziell von der früheren langjährigen Stadträtin Ursula Schoierer vorgeschlagen. Vetter hatte am Silvesterabend den SPD-Ortsvorstand von seiner Kandidatur informiert. Dieser hatte sich zu jenem Zeitpunkt bereits für Zehetner als Kandidatin ausgesprochen. Vetter thematisierte vor allem, dass die amtierende Bürgermeisterin im Gegensatz zu ihm kein Parteimitglied sei. Es folgte ein öffentlicher Schlagabtausch, bis sich beide Seiten auf einen Waffenstillstand bis zur Aufstellungskonferenz einigten.

Dem 40 Jahre alten gebürtigen Penzberger gelang es nicht, die Anwesenden von seiner Eignung als Bürgermeisterkandidat zu überzeugen. Er vermisse eine konkrete politische Stellungnahme zu Themen wie Hotel-Neubau oder Schwimmbad, sagte etwa Joachim Randzio. Er schätze Vetter, aber dem 40-Jährigen fehle seiner Ansicht nach die kommunalpolitische Erfahrung. Zehetner indes sei eine engagierte und kreative Bürgermeisterin, die als Frau doppelt so gut wie ein Mann sein müsse. Inzwischen trete die Bürgermeisterin auch kooperativer auf, formulierte Randzio. Anton Gumberger, ebenfalls langjähriger SPD-Stadtrat, plädierte dafür, bei Bewährtem zu bleiben. Die Penzberger SPD sei stets mit einem Kandidaten für mehrere Wahlperioden angetreten. "Es gibt keine nachhaltige Begründung, warum man die Pferde wechseln sollte", sagte er. Ein neuer Kandidat hätte 2020 weniger Chancen als ein Amtsinhaber.

Zehetner: "Ich bin ich"

Auch Elke Zehetner musste kritische Fragen beantworten. Stadträtin Ute Frohwein-Sendl hakte bei ihr nach, warum sie trotz ihres Versprechens nicht nach ihrer Wahl zur Bürgermeisterin in die SPD eingetreten sei. Zehetners Antwort darauf: Sie habe darüber nachgedacht, aber "ich bin ich". Alexandra Link-Lichius - sie saß ebenfalls für die SPD im Stadtrat - mahnte, dass man Vetter nicht seine mangelnde Erfahrung vorhalten könne. Kommunalpolitische Erfahrung habe Zehetner 2014 auch nicht gehabt. Ihr Ehemann Thomas Link zeigte sich generell unzufrieden. Wenn die SPD-Fähnchen nicht auf den Tischen stünden, könnte er nicht sagen, bei welcher Partei er gerade sei, sagte er. "Mir fehlt das politische Profil bei beiden Kandidaten." Die Penzberger SPD müsse aufpassen, 2020 auch tatsächlich wieder den Bürgermeister zu stellen. "Es geht viel zu viel um Machterhalt", betonte Link.

Keine Rolle an diesem Abend spielten etwa die Strafanzeige gegen Zehetner wegen Verschwendung von Steuermitteln oder die Frage, ob die Nominierung der Parteifreien konform mit der Satzung des Ortsvereins geht. Letzteres werde aber nun geprüft, kündigte Vetter noch am selben Abend an.