Landes- und Kommunalpolitik:Bachhuber kandidiert nicht mehr für Landtag

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Landes- und Kommunalpolitik: Bis zum Ende der Legislaturperiode will Martin Bachhuber mit unverminderten Elan weitermachen.

Bis zum Ende der Legislaturperiode will Martin Bachhuber mit unverminderten Elan weitermachen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der 66-jährige CSU-Abgeordnete will Platz für Jüngere machen.

Von Benjamin Engel, Bad Tölz-Wolfatshausen

Selbst eine große Mehrheit des CSU-Kreisvorstands hat der Schritt wohl überrascht: Der Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber wird zur Landtagswahl im Herbst 2023 nicht mehr antreten. Das hat der 66-jährige Politiker aus Bad Heilbrunn am Donnerstagabend öffentlich gemacht. Von einem wohl überlegten Entschluss, der ihm nicht leicht gefallen sei, spricht Bachhuber am Freitag. "Das Herz wollte, aber der Verstand hat gesagt, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist." Zur nächsten Landtagswahl wäre er fast 68 Jahre alt, argumentiert er. Daher sei es an der Zeit, den Platz für die nächste Generation frei zu machen. "Die Friedhöfe sind voll von Leuten, die sich für unersetzlich hielten", sagt Bachhuber.

Seit 2008 vertritt der CSU-Abgeordnete bei Landtagswahlen den Stimmkreis 111, zu dem der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sowie einige Gemeinden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen zählen. Als Direktkandidat wurde er dreimal gewählt, zwischen 1984 und 2008 war er auch Bürgermeister in seinem Heimatort Bad Heilbrunn, sowie von 1990 bis 2008 im Bezirkstag Oberbayern aktiv. Bei der Landratswahl für Bad Tölz-Wolfratshausen war Bachhuber im Jahr 2008 gegen Josef Niedermaier (FW) unterlegen.

Nach so langem politischen Engagement sei er ein wenig wehmütig, sich aus dem Landtag zurückzuziehen, räumt Bachhuber ein. Er spricht von einer beinahe 50-zu-50-Entscheidung. "Ich bereue den Schritt aber nicht." Darüber habe er am Donnerstag in einer Sitzung um 18 Uhr den engeren Kreisvorstand vorab informieren und erst dann breiter öffentlich machen wollen. Mit dem CSU-Kreisvorsitzenden und Kochler Bürgermeister Thomas Holz habe er darüber aber schon einige Monate lang gesprochen.

Als Politiker besonderen Schlags bezeichnet Holz seinen Parteikollegen Bachhuber. "Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten", so der CSU-Kreisvorsitzende. "Er ist mit Feuer und Flamme dabei." Die Entscheidung habe viele im Kreisvorstand überrascht, sei aber für ihn verständlich. Er bedauere dies sehr, so Holz. So wie die gesamte Kreis-CSU sei er froh, dass Bachhuber mit all seiner Erfahrung im Kreistag weitermachen wolle.

Mit einem neuen CSU-Kandidaten werden die Karten für die kommende Landtagswahl im Stimmkreis neu gemischt. Wer dafür infrage kommt, lässt Holz vorerst offen. "Eines ist für mich klar: Es wird ein offenes Verfahren ohne Vorfestlegungen", sagt er. Darin sehe er seine Aufgabe als CSU-Kreisvorsitzender. Laut Holz gibt es aber einige, politisch aktive Persönlichkeiten, die das Zeug zur Kandidatur haben. Wer antrete, werde man auch mit den Kollegen aus dem CSU-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen abstimmen. "Der Plan ist, dass wir noch in diesem Jahr die Nominierung hinbekommen", so Holz.

Für Bachhuber bedeutet sein Entschluss, für das kommende Jahr sich unvermindert weiter zu engagieren. Zwar hatte er früher auch gesundheitlich zu kämpfen, 2015 erlitt er auf einer Bergwanderung bei Pertisau einen Herzinfarkt. Momentan gehe es ihm aber gesundheitlich gut, so Bachhuber. Er kündigt an, bis zum Ende der Legislaturperiode das Beste für den Stimmkreis sowie die Bürgerinnen und Bürger erreichen zu wollen.

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