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Bad Tölz-Wolfratshausen:Corona-Ampel springt auf Gelb

FREISING: Corona-Testzentrum an der Luitpold-Anlage

Seit Dienstag wurden im Landkreis 13 neue Corona-Fälle bestätigt.

(Foto: Johannes Simon)

Wegen eines Sieben-Tage-Werts von 38,3 verschärft der Landkreis die Regeln

Seit Dienstag sind im Landkreis 13 neue Corona-Fälle registriert worden. Der maßgebliche Inzidenzwert, also die Anzahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, steigt damit auf 38,3. Damit steht die landesweit gültige Corona-Ampel nun auf der Warnstufe Gelb, die ab einer Inzidenz von 35 gilt. Wie das Landratsamt mitteilt, gelten somit von Donnerstag, 22. Oktober, an strengere Hygieneregeln: Private Feiern und Zusammenkünfte werden auf maximal zehn Personen oder zwei Haushalte begrenzt. Gaststätten müssen um 23 Uhr zusperren, Alkohol darf dann auch nicht mehr in Tankstellen verkauft und auf öffentlichen Plätzen getrunken werden. Darüberhinaus gilt eine erweiterte Maskenpflicht auch im Freien - überall dort, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen.

Bei einer Videoschalte mit den Städten und Gemeinden am Montag kam man jedoch zu dem gemeinsamen Ergebnis, dass keiner der öffentlichen Plätze im Landkreis so stark frequentiert sei, dass eine Maskenpflicht angeordnet werden müsse. Die Erfahrung der vergangenen Tage zeige, dass die geltenden Abstände überall gut eingehalten werden könnten, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. Dennoch beobachteten die Behörden die Situation sehr genau. Das Landratsamt appelliert auch an die Bevölkerung, die Abstände konsequent einzuhalten und eine Maske zu tragen, wenn es eng werden könnte. Verpflichtend ist ein Mund- und Nasenschutz nun in öffentlichen Gebäuden, Schulen und bei Veranstaltungen, auch für Zuschauer von Sportereignissen. Zudem müssen Schüler ab der fünften Klasse im Unterricht eine Maske tragen. Auch auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte besteht eine Maskenpflicht, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen; Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

"Beim Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Tage bei uns, aber auch in Nachbarlandkreisen, war klar, dass wir auch den Signalwert von 35 reißen werden", erklärt Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler). "Nun ist es passiert." Er ruft die Bürger "eindringlich dazu auf", sich an die nun geltenden Regeln zu halten. "Sie sind das Mittel, das wir dem Virus entgegensetzen können und auch müssen, wenn wir Schlimmeres abwenden wollen." Man stelle sich im Landratsamt darauf ein, dass man auch die Inzidenz-Schwelle von 50 (Warnstufe Rot) überschreiten werde, so Niedermaier. "Aber wenn wir uns nun einschränken, dann haben wir die Chance, dass die Zahl in zehn Tagen wieder sinkt und es nicht dramatischer wird."

Laut Robert-Koch-Institut ist die Gesamtzahl der Corona-Fälle im Landkreis auf 725 gestiegen. Zehn Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 wurden bislang registriert. Das Landratsamt verzichtet bewusst auf tägliche Fallzahlmeldungen für Gemeinden - zum Schutz der Betroffenen. Es gebe Hinweise, dass Infizierte ausgegrenzt werden, erklärt Stephan Gebrande, der Leiter des Gesundheitsamts. "Wir bitten um Verständnis, dass wir dem keinen Vorschub leisten möchten, sondern gerade diejenigen, die infiziert sind, unter unserem besonderen Schutz stehen."

© SZ vom 22.10.2020 / aip

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