Veganer-Messe in München:Es geht nicht um die Wurst

Veganer-Messe in München: Die fröhliche Welt des Veganismus präsentiert sich auf der Messe Veggieworld: Hier macht eine dekorierte Spinatsuppe der herkömmlichen "Wurst mit Gesicht" Konkurrenz.

Die fröhliche Welt des Veganismus präsentiert sich auf der Messe Veggieworld: Hier macht eine dekorierte Spinatsuppe der herkömmlichen "Wurst mit Gesicht" Konkurrenz.

(Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Bei der Veggieworld bieten 115 Aussteller Produkte für einen pflanzlichen Lebensstil an: Sonnenblumen-Hack, Zedernnüsse und veganen Wein.

Von Michael Zirnstein

"Körnerfresser!" Die Zeiten, in denen sich Veganer verhöhnen lassen mussten, sind vorbei. Heute treten sie selbstbewusst auf. Der Physiker, Vegan-Aktivist und "Philanthropie-Manager" Chris Popa prophezeit: "Die Zukunft is(s)t pflanzlich." Sogar die Gegenwart fühlt sich für auf Tierwohl bedachte Esser schon weitaus offener an als noch vor ein paar Jahren, als Kellner ihnen als Fleischersatz einen gemischten Salat oder Fischstäbchen anboten. Laut zwei Umfragen leben hierzulande 1,52 Millionen Veganer; zwölf Prozent der Deutschen ernähren sich vegan oder vegetarisch. Die Wirtschaft hat das Potenzial erkannt, Burger King und Lidl bieten zu jedem Fleischprodukt schon eine pflanzliche Alternative an - zum selben Preis.

Das ist wichtig, aber vielen Veganern noch zu wenig. Sie sind ständig auf der Suche nach Produkten, die noch besser schmecken, noch natürlicher und gesünder sind. Fündig könnten sie auf der Messe Veggieworld in München werden. 115 Aussteller bieten hier zwei Tage lang ihre Ideen für einen "pflanzlichen Lebensstil" von Nahrung über Kosmetik bis zu fell-, woll- und seidenfreier Mode an. Im Zentrum stehen Fleisch-, Fisch-, Milch- und Käseersatz, wie das Sonnenblumen-Hack von der Sunflower Family, mit Hanf-Samen verfeinerte Gerichte vom Bio-Landwirtschaftsbetrieb Hans aus Regensburg oder die pflanzlichen Würstchen der ukrainischen Firma Vegetus.

"Gemüse kann auch geil sein!", behauptet die Protein-Riegel-Manufaktur Malunt. Das Start-up Tea Eats zeigt mit einer traditionellen Fermentations-Methode aus Myanmar, dass man Tee auch essen kann als Curry, Hummus oder im Wrap. Heilwirkung versprechen Verkäufer von "Superfoods" wie Zedernnüssen aus dem Altai-Gebirge von "Taiga Foods". Es gibt Getränke wie veganen Wein, Eltern- und Kinder-freundliche Backmischungen von "Hasenzähnchen" sowie Dattel-gesüßte Pralinen und Eiskugeln.

Veganer-Messe in München: Es geht um die Wurst: aber nur aus Soja, Erbsenprotein und anderen pflanzlichen Zutaten. Auf der Veggieworld darf probiert werden.

Es geht um die Wurst: aber nur aus Soja, Erbsenprotein und anderen pflanzlichen Zutaten. Auf der Veggieworld darf probiert werden.

(Foto: Björn Fehl)

Vielen der engagierten Kleinbetriebe geht es um "eine bessere Welt", und angeblich nicht um die Gewinne: Die versprechen einige zu spenden in soziale Projekte, Baumpflanzungen oder den Tierschutz, etwa der Münchner Foodtruck The Gooks.

An ihren Ständen präsentieren sich Umweltschützer und Dienstleister von Foodsharing e.V. über Greenpeace bis Animal Equality. Auf einer Bühne sprechen Aktivisten wie Tobias Leenaert über "Verzweiflung und Hoffnung" der Tierrechtler. Köche wie Sebastian Copien zeigen, wie man die erworbenen Produkte in der feinen Küche einsetzt ("Wenn Gemüse nicht schmeckt, liegt es nicht am Gemüse"). Und bei "nachhaltiger Stand-up-Comedey" geht Jacky Feldmann das ganze ernste Thema locker an: "Yes, vegan!"

Veggieworld, Sa. & So., 11. & 12. Nov., 10-18 Uhr, München, MTC, Ingolstädter Straße 45-47, veggieworld.eco/muenchen

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