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Kultur am Starnberger See:Feiern mit Polt und den Well-Brüdern

Dem Humor persönlich bin ich eigentlich nie begegnet, sagt Gerhard Polt. Aber die Bernried begegnen wohl bald ihm und Peter Gaymann (re.).

(Foto: dpa/ Arlet Ulfers)

Der Bernrieder Bürgermeister Georg Malterer plant parallel zur 900-Jahr-Festwoche in seiner Gemeinde ein Ausstellungs- und Kabarettprogamm mit dem "Forum Humor".

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Die Gemeinde Bernried plant eine Zusammenarbeit mit dem "Forum Humor". Wie Bürgermeister Georg Malterer dem Gemeinderat mitteilte, habe er bereits erste Kontakte zu der Initiative geknüpft, die der komischen Kunst im Münchner Schlachthofviertel eine Heimat bieten will. Parallel zur 900-Jahr-Feier des Dorfes, die coronabedingt auf Juli 2021 verschoben worden ist, könnten Veranstaltungen des Forums stattfinden, erklärte der Rathauschef, eventuell mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern. "Wir wollen in Bernried ein Fest des Humors ausrichten."

Malterer zufolge könnte das eine Win-Win-Situation werden: Das "Forum Humor" wollte in der ehemaligen Viehmarktbank in München eine Einrichtung für komische Kunst schaffen. Doch die Planungen können vorerst nicht umgesetzt werden, weil die Sanierung des Gebäudes verschoben worden ist. Nun könnte die Gemeinde Bernried der Initiative die Plattform bieten, die sie in München nicht hat.

Die Idee wurde nach Malterers Angaben gemeinsam mit dem Buchheim-Museum Bernried entwickelt und sei auf das Interesse der "Forum Humor"-Vertreter gestoßen.

Im Klosterhof könnte es Ausstellungen mit Skulpturen und Installationen geben, die Spaß machen. Der Sommerkeller würde sich für Kabarettprogramme anbieten. Auch die derzeit leer stehenden Räumlichkeiten des Klosters ließen sich nutzen. Ein erster Ortstermin mit den Klosterschwestern und Mitgliedern der Initiative hat laut Malterer bereits stattgefunden. Peter Gaymann, der Cartoonist aus Schäftlarn, habe während der Führung durch das Kloster eine Karikatur gezeichnet und sie den Nonnen geschenkt, berichtete der Rathauschef. Kabarettist Gerhard Polt und die WellBrüder könnten sich ebenfalls vorstellen, an dem Programm in Bernried mitzuwirken.

Malterer verhehlte nicht, dass es auch in diesem Jahr nicht sicher sei, ob die Festwoche tatsächlich stattfinden kann. Aber "trotz Corona sollten wir das Feiern nicht vergessen", fand er. Man sollte sich nicht immer die Unwägbarkeiten der Pandemie vor Augen halten, sondern die Planungen zur 900-Jahr-Feier wieder aufgreifen. Wie der Rathauschef klarstellte, sollen die Abende des "Forums Humor" nicht in die 900-Jahr-Feier integriert werden; denn die Jubiläumsfeierlichkeiten dürften nicht untergehen. Das von dem Münchner Verein geplante Programm soll lediglich zur gleichen Zeit wie die Festwoche über die Bühne gehen. Die Bernrieder Gemeinderäte zeigten sich unisono begeistert von der Idee. Das Gremium beauftragte den Rathauschef, die Planungen weiterzuverfolgen.

Sogar dem Umstand, dass die Jubiläumsfeierlichkeiten im vergangenen Jahr abgesagt werden mussten, konnte Malterer noch etwas Positives abgewinnen. Es hätte sich nicht gut gemacht, wenn man im Juli 2020 das 900-jährige Bestehen des Klosters gefeiert hätte und einen Monat später bekannt geworden wäre, dass es verkauft werden müsse, sagte er. Weil die Missionsbenediktinerinnen die Brandschutzmaßnahmen nicht finanzieren konnten, hätte das Kloster zum Jahresende geschlossen und das Areal in Bestlage direkt am See verkauft werden müssen. Zunächst hatte ein Investor an der denkmalgeschützten Anlage Interesse gezeigt; er wollte ein exklusives Wellness-Hotel errichten. Dann entschloss sich die Gemeinde dazu, das Kloster selbst zu erwerben.

Obwohl die Finanzierung für die 2300-Seelen-Kommune nur schwer zu stemmen ist, wollte Bernried das Heft bei den Planungen in der Hand behalten. Die Nonnen können nun weiterhin im Kloster bleiben und ihre Bildungseinrichtung betreiben. In den restlichen Räumen baut die Gemeinde die Kinderbetreuung aus. In dem leer stehenden Trakt, der nicht denkmalgeschützt ist, soll der notwendige Neubau der Grundschule errichtet werden.

© SZ vom 19.01.2021
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