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Wintersport in der Corona-Krise:Traumhafte Tage für Skilangläufer

Im Fünfseenland herrschen ideale Schneeverhältnisse. Die Loipen in Hadorf und Tutzing sind präpariert, der Andrang ist groß.

Von Christian Deussing, Zoé Sabo und Manuela Warkocz

Diese Tage sind für Skilangläufer traumhaft: Viele Loipen im Fünfseenland sind frisch gespurt und ideal präpariert. Das gilt auch für den sechs Kilometer langen Kurs rund um den Golfplatz in Hadorf. Seit fast 30 Jahren spurt dort Helmut Wagner und ist ein Garant für optimale Verhältnisse. Am Montagvormittag sei er aber mit seinem Geländewagen nur mit "Ach und Krach" durch den 20 Zentimeter hohen Schnee gekommen", erzählt der 77-Jährige. "Heute ist der Schnee noch pappiger und fester, zudem habe ich meine Skier gewachst", erzählt eine 67-jährigen Seefelderin, die seit ihrer Kindheit nach Hadorf kommt. Sie genieße hier die Stille und die schöne, sanfte Landschaft.

Mit kräftigem Einsatz ihrer Stöcke nähert sich Dagmar Siebold auf der Loipe dem Ausstieg, begleitet von ihrem braven Labrador "Milo". Sie nutze eine längere Pause zwischen Telefonkonferenzen, sagt die Diplom-Kauffrau, die auch einen Beutel dabei hat, falls "Milo" ein Häufchen im Schnee hinterlässt. So oft wie möglich ist auch Reinhard Fritz in Hadorf auf der Loipe. Der Unternehmensberater aus Gräfelfing beginnt gerade seine Tour. "Ich entspanne mich dabei und achte nicht auf die Zeit", sagt der 64-Jährige und nimmt Schwung. Auf dem Parkplatz verstaut derweil Siegi Mühlbauer seine Skier im Auto. Der 81-jährige Gautinger hat eben seine zwei Runden in 80 Minuten absolviert und ist gar nicht aus der Puste. "So halte ich mich fit", sagt der rüstige Rentner, der auch gern in Südtirol dem Langlauf frönt. "Wegen Corana fällt das aber diesmal leider aus", bedauert Mühlbauer.

In Tutzing ist die Loipe bei 35 Zentimeter Schneehöhe für Skating und Klassik geöffnet, bestens präpariert und stark frequentiert. Auf Facebook wird sogar zu einem Rekordversuch auf der etwa 12,5 Kilometer langen Strecke aufgerufen. 30 Minuten für den gesamten Kurs - "Was brauchen die Besten der Besten?". Was natürlich stark von der Schneebeschaffenheit abhängt. Für Skating-Anfänger gibt's eine nur einen Kilometer lange Runde, die sechs Kilometer umfassende Golf-Platzrunde ist mit mittlerem Schwierigkeitsgrad ausgewiesen, auf der Tutzinger Runde ist man etwa fünf Kilometer unterwegs.

Parken und einsteigen in die Loipe können Wintersportler an drei Stellen: bei der Rot-Kreuz-Alm an der oberen Traubinger Straße, beim Parkplatz an der Staatsstraße Traubing-Garatshausen und am Parkplatz des Golf-Clubs Tutzing in Deixlfurt. Weil die Strecken großteils über den Golfplatz Tutzing führen, bitten die Verantwortlichen, nur die maschinell gespurten Routen zu benutzen, um Schäden am Golfplatz zu vermeiden. Selbstverständlich sollte auch keinerlei Müll hinterlassen werden.

Längläufer auf der Hadorfer Loipe; Langläufer auf der Hadorfer Golfplatzloipe

Der 81-jährige Siegi Mühlbauer hat noch eine Lücke gefunden und ist von der Loipe angetan.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Elf Ehrenamtliche unter dem Dach des TSV Tutzing kümmern sich mit Crew-Chef Gerd Bittl-Fröhlich um einen optimalen Zustand. Bittl-Fröhlich bittet deshalb darum, "dass die Leut' respektvoll mit der Loipe und in diesen Pandemie-Zeiten auch miteinander umgehen". Hundehaufen in der Spur müssten einfach nicht sein. Als jüngster Spurer ackert der zwölfjährige Julius Fröhlich mit.

Was das Team in stundenlanger Arbeit leistet, lobt ein Nutzer auf Facebook, garniert mit einer Warnung: "Pssst! Nicht mehr posten. Sonst kommt erst ganz München, dann Dr. Söder und sperrt die Loipe. Im Ernst: Vielen Dank für Euer Engagement!" Den aktuellen Zustand der Loipe findet man auf www.tutzinger-loipe.de. Die Benutzung ist zwar kostenlos, die Loipen-Crew freut sich jedoch über eine Spende in eine der aufgestellten Boxen.

Heuer sind in Andechs wegen Corona und des womöglich zu starken Verkehrs keine Loipen gespurt. Auch beim Golfclub Wörthsee wird es nach Angaben des Vereins aufgrund der Abstandsregeln keine Loipen geben. Die Langläufer würden allerdings trotzdem kommen.

© SZ vom 19.01.2021
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