Energiewende in Gauting:Dem Strom auf der Spur

Lesezeit: 1 min

Energiewende in Gauting: Silke Mall von der Bayern Werknetz GmbH stellt den Energiemonitor im Gautinger Rathaus vor.

Silke Mall von der Bayern Werknetz GmbH stellt den Energiemonitor im Gautinger Rathaus vor.

(Foto: Georgine Treybal)

Aus welchen Energiequellen gewinnen wir unseren Strom? Und wo wird dieser eingesetzt? Gauting geht diesen Fragen mithilfe eines Energiemonitors auf den Grund. In einer weiteren Gemeinde ist die Technik bereits im Einsatz.

Von Nikolai Vack, Gauting

Der Landkreis Starnberg soll bis zum Jahr 2035 energieautark werden. So lautet die Zielvorgabe des Kreistags aus dem Jahr 2005. Idealerweise sollen sich die Gemeinden des Fünfseenlands dann vollständig mit regional verfügbaren, erneuerbaren Energien versorgen können. Die Gemeinde Gauting hat nun einen weiteren Schritt getan, um dieses Ziel zu erreichen: Auf einem Energiemonitor im Internet lassen sich nun Stromerzeugung und -verbrauch in Echtzeit nachverfolgen.

"Information und Motivation sind die Leitlinien des Monitors", sagte Gautings Umweltmanager Wilhelm Rodrian anlässlich der Präsentation. Ein Button in der Mitte des Dashboards zeigt an, zu welchem Anteil der in der Gemeinde bezogene Strom aus Gauting stammt. Die übrige elektrische Energie wird aus dem überregionalen Stromnetz bezogen. Der Idealwert von 100 Prozent aus lokalen Stromquellen würde eine vollständige Eigenversorgung bedeuten.

Der Energiemonitor soll Bürgern und Verwaltung helfen, Erkenntnisse über die Stromgewinnung zu sammeln

Da der Wert von Verbrauch und Gewinnungsmethode abhängt, ist dieser teils erheblichen Schwankungen ausgesetzt. Gauting gewinnt einen erheblichen Anteil seines Stroms aus Solarenergie, in der Gemeinde gibt es 591 Photovoltaik-Anlagen. "Der Himmel ist zu 52 Prozent bedeckt", steht in der Dachzeile des Monitors. Das bedeutet: Die Energiegewinnung ist zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise niedrig und drückt die Prozentzahl nach unten. Berg dagegen - die zweite Gemeinde im Landkreis Starnberg mit Energiemonitor - hat vier Windräder. Dort ist der Wert von der Windgeschwindigkeit abhängig.

Energiewende in Gauting: Entwicklung der Enerieversorgung in Gauting: Der Monitor liefert aktuelle Werte.

Entwicklung der Enerieversorgung in Gauting: Der Monitor liefert aktuelle Werte.

(Foto: Georgine Treybal/Starnberger SZ)

Ein Thema, das bald auch in Gauting Relevanz haben könnte: In einer Machbarkeitsstudie wird derzeit geprüft, ob und wo in der Gemeinde Windenergie gewonnen werden könnte. "Der Energiemonitor dient nicht nur der Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger, sondern auch der Verwaltung selbst", erklärt Silke Mall von der Bayernwerk Netz GmbH, die den Monitor am Montag in Gauting vorstellte. Ziel der Energiewende sei es, nicht nur grünen Strom zu erzeugen, sondern auch ins Stromnetz einzuspeisen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema