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Coronavirus im Landkreis Starnberg:So geht es mit den Impfungen weiter

Personaloberarzt Martin Zechmeister (li.) und Chefarzt Florian Krötz erklären Landrat Stefan Frey die Abläufe auf der Isolierstation.

(Foto: Klinikum Starnberg)

1650 Menschen haben die erste Spritze erhalten - darunter 700 Klinik-Mitarbeiter. Der Landkreis erwartet vorerst 1000 Dosen pro Woche und bittet um Geduld.

Von David Costanzo

Langsam aber sicher geht es voran mit den Impfungen in Altenheimen und Kliniken: Seit dem 4. Januar hätten etwa 700 Mitarbeiter der Krankenhäuser in Starnberg, Herrsching und Seefeld die erste Spritze erhalten, teilt der Klinikverbund mit. Das entspreche der Hälfte der Angestellten. Chefarzt Florian Krötz schätzt die Impfmoral als recht hoch ein - mehr als 80 Prozent wollten sich immunisieren lassen. "Was unser ärztliches und unser Pflegepersonal hier leisten, verdient ehrlich höchsten Respekt und Anerkennung", sagte Landrat Stefan Frey (CSU) nach einem Rundgang in der Starnberger Klinik mit Einblicken in die Arbeit auf der Isolierstation B 1, der im Frühjahr installierten Covid-Notaufnahme samt Computertomografen sowie des internen Impfzentrums.

In dieser Woche hat der Landkreis insgesamt 1000 Impfdosen erhalten und erwartet in den kommenden Wochen vorerst jeweils genau so viele. Das entspreche der zugesagten Menge und der derzeit angekündigten Zuteilung, teilt das Landratsamt mit. Am Samstag seien Notärzte an der Reihe. Von Sonntag an beginnt der zweite Turnus der mobilen Teams in den Altenheimen. Vor drei Wochen hatten die ersten Bewohner der Häuser in Krailling und Garatshausen die erste der beiden Spritzen erhalten, die für den vollen Schutz nötig sind. Zwischenzeitlich waren laut Landratsamt bis zum Donnerstag 1650 Menschen geimpft.

Über 80-Jährige sollen vom 20. Januar an Termine für das Impfzentrum bei der Asklepios-Klinik in Gauting erhalten - sofern Dosen verfügbar sind. "Bei nahezu 11 000 über 80-Jährigen im Landkreis wird es bei der Terminvergabe zu Wartezeiten kommen. Wir brauchen also weiterhin Geduld. Nach und nach wird jeder, der möchte, eine Impfung erhalten", sagt Landrat Frey. Alle zunächst Betroffenen sollen in diesen Tagen Informationen per Post erhalten. Impfwillige können sich online unter www.impfzentren.bayern.de, telefonisch unter 08151/2602-2602 oder mit dem ausgefüllten Formular per Post zur Impfung registrieren lassen.

Im Klinikum Starnberg wird die zweite Spritze dann vom 25. Januar an verabreicht. "Das Impfen ist für die Sicherheit der Mitarbeiter sehr wichtig, die sich seit Ausbruch der Pandemie mit enormem Engagement um die Patienten kümmern", sagt Geschäftsführer Heiner Kelbel. Wie schwierig die Arbeit ist, hat Landrat Frey bei seinem Besuch nachvollziehen können - in kompletter Schutzausrüstung mit FFP2-Maske, Haube, Handschuhen, Kittel und Schutzbrille inklusive beschlagener Gläser.

Belastend sei auch die tägliche Arbeit auf der Isolierstation mit insgesamt 36 Betten, von denen laut Klinik derzeit etwa zwei Drittel mit Covid-19-Patienten und Verdachtsfällen belegt sind. Dort sei das Virus präsent wie nirgends sonst. Natürlich seien auch die Bilder aus Bergamo aus dem Frühjahr in den Köpfen, schilderten Mitarbeiter dem Landrat. "Deshalb ist das Impfen jetzt auch für viele ein Hoffnungsschimmer", sagt Chefarzt Krötz.

Am Donnerstag registrierte das Landratsamt 18 neue Infektionen im Landkreis - darunter je vier in Krailling und Starnberg sowie je drei in Seefeld und Tutzing. Im Marienstift in Gauting steige die Zahl der Fälle um einen auf insgesamt 15, zwei neue Infektionen seien im Seniorenstift Pilsensee in Seefeld registriert worden, teilt die Kreisbehörde mit. Ein infizierter Bewohner des Rummelsberger Stifts in Starnberg ist gestorben, das Landratsamt führt den Fall jedoch mit einer anderen Todesursache. Am Sonntag war bereits von vier Toten die Rede. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg wieder auf 139,8.

© SZ vom 15.01.2021
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