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Behördenverlagerung:Was aus der Herrschinger Beamtenhochschule werden könnte

Beamtenfachhochschule Herrsching; Beamtenfachhochschule Herrsching

Für eine Nachnutzung der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Herrsching gibt es schon verschiedene Ideen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Auflösungspläne von Ministerpräsident Markus Söder lösen zwar Bestürzung in der Kommune aus, es gibt aber bereits erste Ideen für die Nachnutzung des Geländes - zum Beispiel für das geplante Gymnasium.

Sie ist gerade mal einen Tag alt, die Ankündigung des Ministerpräsidenten Markus Söder, die Hochschule für den öffentlichen Dienst in Herrsching aufzulösen und ins fränkische Kronach zu verlagern. Trotz aller Bestürzung über diese Nachricht im Landkreis wird bereits eifrig darüber nachgedacht, wie das etwa zehn Hektar große Gelände künftig genutzt werden könnte. Die Ideen dazu reichen von einem Hotel über einen Firmensitz bis hin zu einem neuen Standort für das geplante Gymnasium in Herrsching.

"Schade" nennt der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Christoph Winkelkötter, die Entscheidung des Ministerpräsidenten, dem Landkreis die Hochschule zu entziehen. Natürlich verlöre Herrsching dadurch die zusätzliche Kaufkraft, die durch die Studenten generiert werden konnte: "Ich denke an zusätzliche Übernachtungen, die sie gebracht haben. Zudem sind die Studenten auch mal zum Essen gegangen und dergleichen", sagt er. Allerdings böten sich damit auch neue Entwicklungschancen für den Landkreis. Beispielsweise mehr Wohnraum zu schaffen, "vielleicht sogar dort auch das längst geforderte Azubi-Wohnheim zu realisieren". Das Gelände eigne sich sicher auch als Fimensitz oder für eine touristischen Nutzung: "Wir müssen uns nur frühzeitig darum kümmern", meint er.

Ähnlich sieht das auch der Bürgermeisterkandidat der FDP in Herrsching, Alexander Keim, der sich sogar eine Mischung aus Gründerzentrumund bezahlbarem Wohnraum vorstellen könnte. Sollte er die Wahl gewinnen, wolle er als Erstes klären, welchen genauen Pläne der Freistaat mit dem Gelände habe und wann mit dem Umzug der Hochschule nach Kronach zu rechnen sei.

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Eine entsprechende Anfrage der SZ dazu hat das zuständige Finanzministerium in der Zwischenzeit beantwortet. Demnach werde erst einmal geprüft, wie die 400 zusätzlichen Studienplätze in Kronach untergebracht werden können. Für alle neuen Projekte werde ein Zeitraum bis 2030 angestrebt. Deshalb stelle sich die Frage nach einer angemessenen Nachnutzung der Immobilie in Herrsching erst mittel- oder langfristig. Entsprechend zurückhaltend äußert sich daher auch die Herrschinger CSU-Bürgermeisterkandidatin Fromuth Heene zu den Plänen: "Sie haben mich komplett überrascht, ich muss mich erst kundig machen, was der Freistaat vorhat", sagt sie. Und auch, für wann der Umzug tatsächlich vorgesehen sei: "Man denke beispielsweise mal an den Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck, dessen geplante Aufgabe auch schon so oft verschoben worden ist." Den Verlust der Hochschule bedauert sie aber sehr: "Die vielen jungen Studenten haben unseren Ort belebt."

Das sieht auch die frühere Bürgermeisterin Herrschings, Christine Hollacher so, die sich nun den Rathauschefsessel für die Freien Wähler zurückerobern will. Sie hat eine ganz spezielle Idee für das Hochschulgelände: "Das wäre doch ein perfekter Standort für das Gymnasium Herrsching - und man würde sich viel Geld sparen, weil es ja schon eine Schule ist." Geld, das ihrer Meinung nach in wichtigere Investitionen fließen könnte.

© SZ vom 17.01.2020
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