Neubaugebiet in Berg am Laim:Weniger Wohnungen für Senioren als erwünscht

Neubaugebiet in Berg am Laim: An der Truderinger Straße in Berg am Laim sollen insgesamt 820 Wohnungen entstehen, darunter auch mehr als 200 geförderte.

An der Truderinger Straße in Berg am Laim sollen insgesamt 820 Wohnungen entstehen, darunter auch mehr als 200 geförderte.

(Foto: 03 Architekten, München /oh)

An der Truderinger Straße entstehen 800 neue Wohnungen. Grün-Rot wollte 100 davon altersgerecht für Senioren entwickeln - nun werden es nur 15. Dafür sollen Ältere auch von dem geförderten Wohnraum profitieren, der dort gebaut wird.

Von Sebastian Krass und Jana Kreutzer

100 neue städtische und somit bezahlbare Wohnungen nur für Seniorinnen und Senioren: Dieses Ziel wollte die grün-rote Rathauskoalition im Neubaugebiet an der Truderinger Straße realisieren. Doch möglich sind voraussichtlich sehr viel weniger, nämlich vorerst nur 15 solcher Wohnungen für ältere Menschen. Dieses Ergebnis hat das Planungsreferat kürzlich dem Stadtrat mitgeteilt, der zuständige Planungsausschuss nahm das Ergebnis zur Kenntnis - und stimmte mit großer Mehrheit dafür, zumindest einen Zusatz in den Beschluss aufzunehmen: nämlich dass die Zielgruppen für die 212 geförderten Wohnungen der Münchner Wohnen "durch den zusätzlichen Personenkreis Senior*innen ergänzt" werden.

Auslöser der Ausschussdebatte war ein Antrag von November 2022, mit dem die Fraktionen SPD/Volt und Grüne/Rosa Liste die damalige städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag, die inzwischen in der Münchner Wohnen aufgegangen ist, beauftragen wollten, gezielt auf die Entwicklung von altersgerechtem Wohnraum für Senioren an der Truderinger Straße hinzuarbeiten. Sie nannten die Zielzahl von etwa 100 solcher Wohneinheiten.

Das Neubauprojekt nahe dem S-Bahnhof Berg am Laim umfasst insgesamt 820 Wohnungen, die zwei private Investoren errichten wollen, sie sind durch städtische Vorgaben (die Sozialgerechte Bodennutzung, kurz Sobon) verpflichtet, auch einen Anteil geförderten Wohnraums zu errichten. Der eine Investor, die Büschl-Gruppe aus Grünwald, hat bereits vor einiger Zeit mit der damaligen Gewofag vereinbart, dass die städtische Gesellschaft die geförderten Wohnungen kauft und schlüsselfertig übernimmt. Aus Sicht der Stadt hat das den Vorteil, dass die Wohnungen unbefristet bezahlbar bleiben. In privater Trägerschaft wären sie nach 25 Jahren aus der Sozialbindung gefallen.

In der Beschlussvorlage für den Stadtrat argumentiert das Planungsreferat, der Antrag von Grün-Rot für einen so hohen Anteil altersgerechten Wohnraums sei zu spät gekommen. Dafür wären, so schreibt Stadtbaurätin Elisabeth Merk, architektonische Umplanungen nötig, die das schon sehr weitgehend entworfene Projekt zeitlich enorm verzögern würden. 15 Wohnungen speziell für ältere Menschen aber könne man noch einrichten.

In der Ausschussdebatte stellten die oppositionellen Fraktionen CSU/Freie Wähler und FDP/Bayernpartei in den Raum, der Antrag der Koalition sei von vornherein ein rein symbolischer gewesen. Dem trat Simone Burger (SPD) entgegen. Sie räumte aber ein, dass man sich mehr erhofft habe. Und sie versicherte, dass ihre Fraktion weiter daran arbeiten werde, die Wohnungsnot für Senioren in München zu mildern. Der textliche Zusatz, den Grün-Rot mit einem Änderungsantrag einbringe, sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Aus der CSU hieß es daraufhin, viel ändere der Zusatz zwar nicht, aber da man ihn inhaltlich teile, stimme man zu. Die einzige Gegenstimme zum Änderungsantrag kam von Jörg Hoffmann (FDP).

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