European Championships:Was beim europäischen Mini-Olympia alles geplant ist

Lesezeit: 3 min

European Championships: Große Aufmerksamkeit für die einzelnen Sportarten: Durch die Bündelung der Europameisterschaften rückt auch Tischtennis in den Fokus, hier Nationalspielerin Sabine Winter.

Große Aufmerksamkeit für die einzelnen Sportarten: Durch die Bündelung der Europameisterschaften rückt auch Tischtennis in den Fokus, hier Nationalspielerin Sabine Winter.

(Foto: Flohagena.com)

Die European Championships 2022 verwandeln München in eine Arena und locken mit einem aufregenden Rahmenprogramm. Vieles ist kostenlos, Tickets für einzelne Wettkämpfe sind auch noch zu haben.

Von Konstantin Rek

Vor 50 Jahren gingen in München die Olympischen Spiele über die Bühne. Da ist es nur passend, dass im Jubiläumsjahr die European Championships in die Stadt kommen. Das größte Sportereignis an der Isar seit 1972 soll weit über den Olympiapark hinaus strahlen.

Worum geht's?

Insgesamt neun unterschiedliche Europameisterschaften werden hier vereint. Von Donnerstag, 11., bis Sonntag, 21. August, kämpfen etwa 4700 Athletinnen und Athleten bei 177 Medaillenentscheidungen um Gold, Silber und Bronze. Das Ziel der Organisatoren ist klar: Während die Wettbewerbe einzeln nur wenige Zuschauer anlocken, kann man im Verbund die Aufmerksamkeit für die einzelnen Europameisterschaften vergrößern. Es entsteht ein kleines, europäisches Mini-Olympia. Vorbild für die Idee sind die langen Wintersport-Wochenenden. Die European Championships werden erst zum zweiten Mal ausgetragen. Die Premiere fand vor vier Jahren in Glasgow und Berlin statt. Damals sammelte Deutschland insgesamt 53 Medaillen (13 Mal Gold, 17 Mal Silber, 23 Mal Bronze) und wurde Fünfter im Medaillenspiegel.

European Championships: Die deutschen Radfahrer hoffen auf Medaillen.

Die deutschen Radfahrer hoffen auf Medaillen.

(Foto: Bas Czerwinski/Getty Images)

Disziplinen

In München stehen die Sportarten Beachvolleyball, Kanu-Rennsport, Klettern, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Tischtennis, Triathlon und Turnen auf dem Programm. Am ersten Wettkampftag steigt die erste Medaillenentscheidung beim Turnen im Mehrkampf der Frauen. Auf dem Wasser starten erst die Ruderer (11. bis 14. August), dann folgen die Kanuten (18. bis 21. August). Im Olympiapark gilt das gleiche Prinzip: Zuerst die BMX Freestyler (11. bis 13. August), dann die Mountainbiker (19./20. August). Die Triathleten sind mit ihren Entscheidungen schon am 14. August fertig, dagegen beginnen die Beachvolleyballer und Leichtathleten erst am 15. August. Der genaue Zeitplan mit allen Entscheidungen ist auf der offiziellen Website der European Championships zu finden: www.munich2022.com.

European Championships: Auch die Para-Sportler sind diesmal eingebunden und kämpfen wie Marc Lembeck (re.), hier mit Dominik Siemenroth, beispielsweise im Rudern um Medaillen.

Auch die Para-Sportler sind diesmal eingebunden und kämpfen wie Marc Lembeck (re.), hier mit Dominik Siemenroth, beispielsweise im Rudern um Medaillen.

(Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Außergewöhnlich ist die Einbindung der Para-Sportler. Im Rudern und Kanu kämpfen Sportlerinnen und Sportler mit Behinderungen um Medaillen. Diese zählen erstmals auch für den Medaillenspiegel. Insgesamt hat sich das Programm deutlich geändert. Im Vergleich zur Premiere 2018 sind Tischtennis, Klettern, Kanu und Beachvolleyball neu dabei, die Europameisterschaften im Golf und Schwimmen fehlen dagegen in München.

Spielstätten

Die Münchner können sich auf ein großes Angebot freuen, in der ganzen Stadt sind Wettkämpfe zu sehen. Hierbei konnten die Organisatoren auf viele Sportstätten von den Olympischen Spielen 1972 zurückgreifen - ein großes Argument für die Vergabe nach München. Natürlich steht vor allem der Olympiapark im Mittelpunkt. Während im Olympiastadion die Leichtathletik-Wettbewerbe stattfinden, nutzen die BMX Freestyler, die Mountainbiker und die Triathleten den Olympiapark. Dazu steigen in der Olympiahalle die Wettbewerbe im Geräteturnen. Abseits vom Olympiapark finden auch auf der Regattastrecke von 1972 in Oberschleißheim die Ruder- und Kanu-Europameisterschaften statt.

European Championships: Beachvolleyball erleben die Zuschauer in München am Königsplatz, hier die "European Beach Queen" Laura Ludwig .

Beachvolleyball erleben die Zuschauer in München am Königsplatz, hier die "European Beach Queen" Laura Ludwig .

(Foto: CEV/FIVB)

Aber selbst in der Münchner Innenstadt ist viel los. Am Königsplatz können die Zuschauer Beachvolleyball und Klettern erleben, in der Messe München ist der Bahnradsport zu Hause. Die Tischtennis-Spieler schlagen in der Rudi-Sedlmayer-Halle auf. Der Marathon (15. August) führt dagegen quer durch die ganze Stadt. Über den Odeonsplatz kommen die Läufer am Marienplatz und Viktualienmarkt vorbei, bevor sie vom Deutschen Museum und Isartor Richtung Eisbachwelle unterwegs sind. Beim Friedensengel laufen die Athleten nördlich und durchqueren den Englischen Garten am Chinesischen Turm. Am Siegestor vorbei enden die 42 Kilometer wieder am Odeonsplatz. Die Straßenradrennen der Männer (14. August) und Frauen (21. August), welche im Münchner Umland gestartet werden, führen von der Plinganserstraße zur Schwanthalerhöhe und in die Innenstadt. Wie beim Marathon liegen die letzten Meter am Odeonsplatz. Die Events in der Stadt haben aber auch Konsequenzen für den Münchner Verkehr. Einige Straßen sind gesperrt und vielerorts ist das Parken verboten.

Deutsche Highlights

Die größte Goldhoffnung aus deutscher Sicht ist Weitspringerin Malaika Mihambo (Finale am 18. August). Nach ihrem WM-Titel vor zwei Wochen will sie nun auch ihren EM-Titel von 2018 verteidigen, muss aber aufgrund einer Corona-Infektion um ihren Start bangen. Doch auch die Ruderer und Kanuten sind immer für Medaillen gut. Insbesondere Ruderer Oliver Zeidler ist Siegesanwärter. Die deutschen Tischtennis-Asse erhoffen sich in München zudem ähnlichen Erfolg wie die Radfahrer auf der Bahn. Gerade Emma Hinze will im Sprint und Teamsprint um Edelmetall fahren.

European Championships: Auf ihre Teilnahme hoffen alle Leichtathletik-Fans: Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo muss wegen einer Corona-Erkrankung noch um den Start bangen.

Auf ihre Teilnahme hoffen alle Leichtathletik-Fans: Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo muss wegen einer Corona-Erkrankung noch um den Start bangen.

(Foto: Michael Kappeler/dpa)

Rahmenprogramm

Abseits vom Sport brauchen sich die European Championships ebenfalls nicht verstecken. Besonders alle Festival-Liebhaber werden auf ihre Kosten kommen. "The Roofs" bietet einen Mix aus Musik, Kunst und Kultur. Dabei besteht das Festival aus elf verschiedenen Erlebniswelten, den sogenannten "Roofs". Die meisten Konzerte steigen im Olympiapark, aber auch am Königsplatz und der Olympia-Regattaanlage ist für Abwechslung zum Sport gesorgt. Sogar internationale Stars wie Gayle (18. August) oder Alphaville (20. August) treten auf. Das komplette Festival ist dabei kostenlos. Doch auch schon die Eröffnung am Mittwoch wird ereignisreich. Im Olympiapark werden die Zuschauer bei freiem Eintritt von Marteria und den Münchner Bands Sportfreunde Stiller und Moop Mama unterhalten.

Tickets

Bisher gibt es für viele Wettkämpfe noch Tickets. Auf der offiziellen Website der European Championships findet man den Zugang zum Ticket-Shop. Auf der Website www.munich2022.com/de/tickets kann man zwischen klassischen Einzeltickets und Kombitickets, die mehrere Tage umfassen, wählen. Einzig beim Bahnradsport und Beachvolleyball sind schon gewisse Tage ausverkauft. Veranstaltungen wie der Marathon oder die Wettbewerbe im Olympiapark sind dagegen kostenlos.

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