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Gastronomie:Schuhbeck schließt das "Alfons"

Alfons Schuhbeck und Maurice Kriegs im "Fine Dining im Boettners" in München, 2018

Gehen getrennte Wege: Alfons Schuhbeck und sein einstiger Schüler Maurice Kriegs.

(Foto: Stephan Rumpf)

Dem Fernsehkoch ist der Chefkoch seines Fine-Dining-Lokals abhanden gekommen. Nun will er am Konzept feilen und einen Neustart versuchen.

Verwirrung um Alfons Schuhbecks Sternerestaurant Alfons am Platzl: Seit Anfang Januar hat es geschlossen, sein Chefkoch Maurice Kriegs hat die Stadt in Richtung Österreich verlassen, auf der Homepage des Schuhbeck-Imperiums kommt das Alfons nicht mehr vor. Das Online-Fachmagazin Restaurant-Ranglisten.de meldete die Schließung exklusiv am Donnerstag und ließ offen, ob die Maßnahme endgültig oder nur vorübergehend sei.

"Das Alfons wird es selbstverständlich weiterhin geben", sagte Alfons Schuhbeck am Donnerstag auf Nachfrage der SZ. Man werde allerdings noch am Konzept arbeiten. "Wir waren zuletzt einfach zu nahe dran an dem Konzept des anderen Restaurants", sagt er, "da muss man jetzt am Stil feilen und ein bisserl was ändern." Die ruhige Zeit im Januar wolle man nun nutzen, um das Lokal neu aufzustellen. Wann und mit welchem Team das Alfons wieder an den Start geht, könne er aber noch nicht sagen, so Schuhbeck weiter.

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Tatsächlich hat sich das Alfons seit seiner Eröffnung im Dezember 2016 - damals noch als Schuhbecks Fine Dining im Boettners - stark verändert. Alfons Schuhbeck hatte das Traditionslokal Boettners, bei vielen Münchnern bekannt und berühmt für seine Hummer- und Wildgerichte, übernommen, um dort Fine Dining in Sterne-Qualität anzubieten. Die deutlich größeren Südtiroler Stuben, die zuvor über viele Jahre hinweg den Michelin-Stern des Meisters verteidigt hatten, wurden zum Lokal für ein breiteres Publikum, zusätzlich zum Orlando, das ebenfalls zu Schuhbecks Platzl-Reich gehört. In den Südtiroler Stuben gibt es seither Gerichte zwischen Pasta und bayerischen Standards.

Die Rechnung ging anfangs gut auf, das Fine-Dining-Restaurant bekam gleich im ersten Jahr einen Stern im Guide Michelin. Das lag auch an Küchenchef Maurice Kriegs, einem jungen Koch aus Schubecks Stall, der ein paar Jahre bei dem saarländischen Drei-Sterne-Koch Christian Bau gearbeitet hatte. An seiner neuen Wirkungsstätte arbeitete er auch mit asiatischen Einflüssen, die er von Bau her kannte, und verband sie mit klassischen Gerichten der französischen Hochküche und den typischen Ingredienzen des Schuhbeckschen Koch-Stils. Neben dem Stern brachte ihm das 2017 den Titel "Aufsteiger des Jahres" im Schlemmer-Atlas und stolze 17 Punkte in der Gourmetbibel Gault&Millau ein.

Der Erfolg beim Publikum war jedoch überschaubar geblieben. Auch nach der Namensänderung des Restaurants in Alfons blieb es ein Geheimtipp unter Gourmets, weil man dort meistens leicht einen Platz bekam. Die anfangs opulent gestalteten Menüs wurden im Laufe der Zeit etwas abgespeckt, zeitweise gab es dann auch mal "Schubecks getrüffeltes Nudelgangerl" als Zwischengang, genau wie nebenan im deutlich größeren Orlando.

Nun ist also ein Neustart fällig, bedingt auch durch das Ausscheiden von Maurice Kriegs. Der kündigte auf Instagram an, nach Österreich zu gehen und war ansonsten nicht zu erreichen. Laut Schuhbeck wird Kriegs dort mit seiner Partnerin Barbara Langwallner, die bisher im Drei-Sterne-Restaurant Überfahrt in Rottach-Egern arbeitete, den Gasthof ihrer Eltern in Zell am Moos beim Irrsee in Oberösterreich übernehmen.

© SZ vom 24.01.2020/infu/sim
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