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Lokalrunde:Ein neapolitanischer Aufsteiger

Koch Francesco Sardegna (links) und Inhaber Francesco Valletta präsentieren ihre Pizza vor einer neapolitanischen Fototapete.

(Foto: Huw Prichard)

Wo es zuvor kulinarisch nicht viel zu entdecken gab, ist nun das Ristorante Partenopeo - ein echter Gewinn. Und am Englischen Garten feiert ein Grieche sein Comeback

In der Gastronomie ist oft mal die Rede von der absteigenden Linie: Aus einem hübschen Restaurant wird über diverse Lokale mit diverser Länderküche von Griechisch bis Indisch irgendwann ein Pilspub, eine Sportsbar oder auch eine hundsnormale Boazn. Es geht aber auch andersrum. In der Einsteinstraße 103 befand sich früher mal eine Wirtschaft namens Dudlhofer, später dann die Mexx Bar mit einer breiten Palette an sogenanntem Junk Food. Vor einem Jahr jedoch eröffnete an diesem Ort das Ristorante Partenopeo. Es hat sich als echter Gewinn erwiesen. Das kleine Lokal hat innen gerade mal 25 Plätze (unter Coronabedingungen sogar nur 15) und vor dem Haus nur zwölf. Die Inneneinrichtung ist ein buntes Sammelsurium italienischer Versatzstücke, aber es gibt im Partenopeo eine hervorragende neapolitanische Küche. Francesco Valletta hat es zusammen mit seiner Familie, die aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Neapel stammt, eröffnet. Seine Tante hilft ihm im Service, und der Papa, von Beruf Metzger, ist ebenfalls mit von der Partie. Klar, Pizza gehört fest zum Programm und wird gerne zum Abholen und Liefern bestellt. Den Teig lässt Koch Francesco Sardegna 48 Stunden lang gehen, und auch sonst kennt er viele Geheimnisse der kampanischen Hausmannskost. So lässt er den Tomatensugo für das neapolitanische Ragout mit Zwiebeln zwei Tage lang kochen. Typisch auch die frittierten Gerichte, von Zucchiniblüten bis zu Blumenkohlküchlein und frittierte Fischhäppchen oder "Salsiccia e Scarole", Salsiccia-Würste mit Endiviengemüse. (Ristorante-Bistrot Partenopeo, Einsteinstraße 103, Telefon 41 55 92 70, Di.-Sa. 11.30-23.30 Uhr, So. 17-22 Uhr).

Eigentlich war das am allerwenigsten zu erwarten: Das Kytaro macht nach Corona wieder im Untergeschoss des Cafés in der Reitschule auf. Sein Nachfolger und Vorgänger an dieser Stelle, das Cavos, war die Münchner Version des Ballermanns: Schampus bis zum Abwinken, fliegende Servietten, Tanz auf den Tischen, und bei der einen oder anderen Razzia wurden bei manchen Gästen auch bewusstseinserweiternde Substanzen gefunden. Jetzt ist das Kytaro wieder da, ein grundsolider Grieche auf Abstand (Kytaro, Königinstraße 34, Telefon 38 88 76 33, Di.-Sa. 17-1 Uhr, So. 13-22 Uhr).

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung konnten "die Münchner Version des Ballermanns" und "Razzia" fälschlich auf das Kytaro bezogen werden - diese Beschreibung bezieht sich aber ausschließlich auf das griechische Restaurant Cavos, welches 2009 auf das Kytaro dort folgte, wo sich jetzt das Kytaro erneut angesiedelt hat.

© SZ vom 26.06.2020

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