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Gedenken an Opfer des OEZ-Anschlags:München trauert

Blumen und Kränze liegen am Gedenkort für die Opfer des rassistischen Anschlags. Vor genau fünf Jahren wurden sie am Münchner OEZ getötet.

(Foto: Stephan Rumpf)

"Es ist ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen worden": Vor genau fünf Jahren hat ein rassistischer Täter neun Menschen getötet. Heute gedenken Politiker und Angehörige der Opfer des Attentats.

Am Abend des 22. Juli 2016 tötete ein 18-Jähriger am Olympia-Einkaufszentrum aus rassistischen Motiven neun Menschen - acht Jugendliche und eine Frau. Fünf weitere Menschen verletzte er schwer. Später erschoss er sich selbst.

Heute, am fünften Jahrestag des Anschlags finden in München mehrere Gedenkveranstaltungen statt. Um 13 Uhr haben sich Angehörige der Opfer sowie einige Politiker am Denkmal an der Hanauer Straße versammelt. Der Platz befindet sich vor dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ), direkt dort, wo der Täter vor fünf Jahren mordete.

Am berührendsten war der Auftritt von Gisela Kollmann, deren Enkel Guiliano mit 19 Jahren am OEZ starb. Sie machte deutlich, wie tief der Schmerz bei den Familien der Münchner Opfer sitzt. "Es ist ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen worden", sagte Kollmann. In ihrer Rede erinnerte sie an Opfer anderer Anschläge wie in Hanau und Halle. "Wir müssen zusammenstehen, uns gegenseitig stützen und miteinander sprechen, um unsere Liebsten stets im Herzen zu bewahren", sagte sie. Dass auch die Tat in München inzwischen als rassistisch gelte, sei ein Trost und habe den Ermordeten die Würde zurückgegeben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief zuvor zum Kampf gegen Hasskriminalität und Hetze auf. Der Rechtsextremismus wachse in der Gesellschaft wie ein Tumor, sagte er. "Das war eine klar politisch motivierte Gewalttat", erklärte Söder weiter. Anfangs war von einem Amoklauf aus Rache die Rede gewesen. Erst 2018 stuften die Behörden die Tat als rassistisch ein.

Ähnlich hatte sich zuvor Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) geäußert. Dieser Anschlag gehöre zur blutigen Spur des rechten Terrors, die sich seit Jahrzehnten durch Deutschland ziehe. Nichts auf der Welt werde die geliebten Menschen zurückbringen, die gestorben seien, weil ein Mörder seine menschenverachtenden, hasserfüllten Pläne in die Tat umgesetzt habe. Reiter versicherte die Angehörigen der Solidarität. "Wir sind hier. Sie sind nicht allein."

"Wir sind alle Moosach"

Am Abend gibt es weitere Gedenkveranstaltungen: Ab 17 Uhr, also zum Tatzeitpunkt, werden der Bezirksausschuss Moosach sowie die Initiative "Wir alle sind Moosach" an die Ermordeten erinnern. Dabei werden der Vorsitzende des Bezirksausschusses Wolfgang Kuhn sowie Alt-Oberbürgermeister Christian Ude sprechen, zudem Angehörige der Opfer. Um 18.04 wird die Veranstaltung von einer Schweigeminute unterbrochen; zu diesem Zeitpunkt endeten vor fünf Jahren die Morde des Attentäters. Ab 19 Uhr schließlich sprechen weitere Angehörige. Fahnen wehen am Donnerstag in ganz Bayern auf Halbmast.

© SZ.de/wet/infu
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