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Ex-Intendant der Kammerspiele:Matthias Lilienthal berät die Münchner Philharmoniker

Matthias Lilienthal, 2020

Matthias Lilienthal war bis 2020 Intendant der Kammerspiele, in München bleibt er auch jetzt noch tätig.

(Foto: Robert Haas)

Bald ziehen die Musiker ins Gasteig-Interimsquartier nach Sendling. Der Ex-Intendant der Kammerspiele gilt als kreativ und soll den Umzug begleiten.

Von Rita Argauer

Ganz wird Matthias Lilienthal das Kulturleben der Stadt München nun doch nicht hinter sich lassen. Wie kürzlich bekannt wurde, haben die Münchner Philharmoniker den ehemaligen Intendanten der Kammerspiele beauftragt, das Orchester konzeptionell zu beraten. Man begebe sich mit 15 bis 20 kreativen Köpfen in einen "Brainstorming-Prozess", wie es Philharmoniker-Sprecher Christian Beuke auf Nachfrage erklärt. Lilienthal ist einer dieser Kreativen, die über neue Konzepte grübeln, die den künstlerischen Rahmen des Spitzenorchesters weiter fassen sollen.

Hintergrund dieses Prozesses, den die Philharmoniker Ende März gesondert vorstellen wollen, ist der bevorstehende Umzug der Philharmonie samt Orchester nach Sendling. Von Herbst 2021 an beginnt die Renovierungsphase des Gasteig. Gleichzeitig eröffnet das Interimsquartier an der Hans-Preißinger-Straße.

Nachdem der Kontakt zwischen dem Orchester und seinem Publikum derzeit virusbedingt nicht so eng sein kann, sei es wichtig, den Umzug in die neue Spielstätte auch kreativ zu begleiten, sagt Beuke: "Wir haben Schubladen voller Pläne und Ideen von Sachen, die man anders machen kann." Für die Entwicklung und Ausarbeitung wurden verschiedene Menschen beauftragt. "Lilienthal ist da einer von vielen."

Die Beziehung der Kommunalpolitik und des Münchner Theaterpublikums zu Matthias Lilienthal während seiner Zeit als Intendant der Kammerspiele (2015 bis 2020) war schwierig. Er experimentierte mit dem Ensemble ästhetisch und strukturell - dass dabei nicht immer alles klappt, ist der Sache immanent. Auch, dass nur so Neues entstehen kann. Von dieser kreativen Kraft wollen nun auch die Philharmoniker profitieren.

© SZ vom 04.03.2021/infu
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