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Brücke für Radfahrer und Fußgänger:Stadtteilpolitiker wollen Klenzesteg über Isar

Auf Höhe der Klenzestraße soll ein Steg über die Isar führen. Der Entwurf von Christoph Mayr Architekten zeigt, wie der Übergang aussehen könnte. Visualisierung: Christoph Mayr Architekten

Der Bezirksausschuss Au-Haidhausen zieht bestehende Pläne für den Steg wieder aus der Schublade. Das Rathaus soll diesen Übergang für Radler und Fußgänger prüfen. Wie realistisch ist das Projekt?

Von Patrik Stäbler

Als sich Adelheid Dietz-Will (SPD) im Februar 2020 nach 40 Jahren aus dem Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen verabschiedete, versicherte die langjährige Vorsitzende eines: Dass sie sich auch ohne Amt weiter für den Bau des Klenzestegs einsetzen werde. Insofern wird Dietz-Will zufrieden zur Kenntnis nehmen, dass ihre früheren Kolleginnen und Kollegen das Thema auf BA-Ebene erneut aufgreifen: Auf Initiative der Linken fordert das Gremium die Stadtverwaltung auf, die Planung für einen Isarsteg für Radfahrer und Fußgänger auf Höhe der Klenzestraße wieder aufzunehmen. Mit der Verbindung der Stadtteile Au und Isarvorstadt, heißt es im Antrag, würde "ein Beitrag zur Verkehrswende in München geleistet".

Einer der Siegerentwürfe: der Klenzesteg von Hoe Architekten. Visualisierung: Hoe Architects

Konkret fordert der BA das neue Mobilitätsreferat im Rathaus auf, bis Ende 2021 zu prüfen, "wie diese verkehrssichere Rad- und Fußverbindung in das Radverkehrsnetz eingebunden werden kann". Danach solle dem Stadtrat eine Planung samt Kostenschätzung zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Aussichten, dass es dazu kommt, sind freilich nicht allzu groß. Zwar dauert die Debatte über eine Isarbrücke an dieser Stelle schon seit mehr als 30 Jahren an - und nach Bürgerbeteiligungen und einem Architektenwettbewerb 2013, aus dem zwei Siegerentwürfe hervorgingen, könnte die Stadt das Projekt auch ohne größere Prüfung angehen. Doch im Rathaus gibt es daran offenbar kein gesteigertes Interesse. So entschied der Bauausschuss des Stadtrats im Juli 2019 mit knapper Mehrheit, den Klenzesteg aus der langen Liste der geplanten Querungen für Fußgänger und Radfahrer zu streichen. Seitdem sind die Ideen der beiden siegreichen Architekturbüros HOE Architects aus München (Jürgen Hermann) mit Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten (München) beziehungsweise Christoph Mayr Architekten, ebenfalls aus München, mit Landschaftsarchitekt Klaus Loenhart (Terrain Architekten) nur mehr Makulatur.

Nun will der BA also eine neue Debatte über eine zusätzliche Verbindung über die Isar zwischen der Reichenbach- und der Wittelsbacherbrücke anstoßen. "Zur Umsetzung der Verkehrswende sind viele Verbesserungen auch in der Nahmobilität erforderlich, um dauerhaft Verkehrsverlagerungen zum Umweltverbund zu erreichen", heißt es im Antrag. "Das neue Mobilitätsreferat soll deshalb beauftragt werden, den verkehrlichen Nutzen erneut zu prüfen." Kritiker des Klenzestegs führen derweil an, dass eine solche Brücke mit ihrer Spannweite von circa 150 Metern viel zu kostspielig wäre - und optisch nicht ansprechend. Dieses Argument will die Adelheid Dietz-Will indes nicht gelten lassen. Sie gibt sich überzeugt, dass der Klenzesteg irgendwann gebaut wird - "die Frage ist nur, wann". Angesichts knapper Kassen in Corona-Zeiten sei momentan vielleicht nicht die richtige Zeit, das Thema erneut auf den Tisch zu bringen, sagt Dietz-Will. "Aber ich werde auf jeden Fall an der Sache dranbleiben."

© SZ vom 10.03.2021/sbeh
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