Isarvorstadt:Schüler flieht vor Polizei und muss aus Isar gerettet werden

Isarvorstadt: Die Isar kann nicht nur bei Hochwasser gefährlich sein.

Die Isar kann nicht nur bei Hochwasser gefährlich sein.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der 15-Jährige war mit zwei Freunden nachts um vier Uhr betrunken und mit nacktem Oberkörper unterwegs. Als Polizisten die Gruppe aufhielten, rannte der Jugendliche davon - und landete im Wasser.

Von Joachim Mölter

Ein 15 Jahre alter Schüler aus München ist in der Sonntagnacht bei der Museumsinsel aus der Isar gerettet worden. Zuvor war er vor einer Polizeistreife weggerannt und dabei auf noch unbekannte Weise in den Fluss geraten. Ob er freiwillig hineingesprungen oder hineingefallen ist, ließ sich zunächst nicht klären, ebenso wenig, warum er überhaupt davongelaufen war. Nur sein Alkoholwert im Blut wurde festgestellt: knapp unter ein Promille.

Den Polizeibeamten waren um kurz vor vier Uhr in der Früh drei bereits dem Augenschein nach alkoholisierte Jugendliche aufgefallen, die mit freiem Oberkörper in der Wittelsbacherstraße unterwegs waren. Als die Beamten die Jungen ansprachen, lief einer sofort davon. Die Polizisten sahen noch, wie er unmittelbar nach der Corneliusbrücke, also am Anfang der Museumsinsel, in einem Gebüsch verschwand. Kurz darauf hörten sie, wie etwas ins Wasser plumpste; anschließend sahen sie, wie der Jugendliche flussabwärts trieb.

Die Polizisten leiteten sofort Rettungsmaßnahmen ein, lokalisierten den Jungen aber noch vor dem Eintreffen von Feuerwehr und Krankenwagen am Rand des Isarkanals auf der Höhe von Ludwigsbrücke und Steinsdorfer Straße. Dort, am Ende der Museumsinsel, hielt sich der 15-Jährige an Ästen fest. Die Beamten warfen ihm ein Seil zu und zogen ihn damit aus dem Wasser. Der Schüler wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, wo jedoch keine Verletzungen festgestellt wurden, nur eine leichte Unterkühlung.

Wie gefährlich die Strömungen in der Isar sein können, zeigte sich vor mehr als zwei Wochen: Beim Versuch, einen Ball aus dem Wasser zu holen, wurde ein 14-Jähriger abgetrieben. Seine Leiche wurde erst eine Woche später gefunden.

© SZ/Joachim Mölter/kaeb
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