Sendling Drohungen gegen Münchner Schule: Polizei fasst Verdächtigen

Nach einer Bombendrohung hat die Polizei die Rupert-Egenberger-Schule in Unterschleißheim gesperrt.

(Foto: Lino Mirgeler/dpa)
  • Wegen Drohungen an mehreren Schulen ist die Polizei am Dienstagmorgen mit mehr als 100 Beamten im Einsatz gewesen.
  • Unter anderem mit Hunden suchten die Beamten nach versteckten Sprengkörpern - Gefährliches finden konnten sie aber nicht.
  • Mittlerweile hat die Polizei einen Verdächtigen 30-Jährigen ermittelt.

Weil Nachrichten mit Drohungen eingegangen sind, ist für rund 2700 Schüler in München und Unterschleißheim am Dienstag der Unterricht ausgefallen. Mehr als einhundert Polizisten waren im Einsatz, fünf Schulen schlossen für einen Tag ihre Türen, Abiturprüfungen müssen nachgeholt werden. Noch am Vormittag konnte die Kriminalpolizei einen Tatverdächtigen ermitteln.

Der 30 Jahre alte Mann steht im Verdacht, jene Nachricht verfasst und abgeschickt zu haben, die in der Nacht auf Dienstag beim Klenze-Gymnasium einging. Die Schulleitung informierte gegen 7.20 Uhr die Polizei. Die Botschaft habe man "als Bedrohung interpretieren können", erklärte ein Polizeisprecher. Aus dem Text habe "Verzweiflung" gesprochen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Schüler im Schulgebäude. Weil sich sowohl das naturwissenschaftlich-technologische Klenze-Gymnasium als auch das sprachliche Dante-Gymnasium auf demselben Schulcampus unterhalb des Harras befinden, wurde in beiden Schulen sicherheitshalber der Unterricht abgesagt - laut Polizei ein Standardszenario für mögliche Bedrohungslagen. Das "Klenze" hat etwa 900, das "Dante" etwa 800 Schüler.

Zur selben Zeit musste ein Schulzentrum in Unterschleißheim ebenfalls noch vor Unterrichtsbeginn alle Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause schicken. Ein Unbekannter hatte einer Angestellten des Zentrums am frühen Morgen gesagt, er habe eine Bombe in der Schule deponiert. Die Polizei sperrte das Gebäude ab. 80 Beamte durchsuchten das Gelände mit Sprengstoffspürhunden, gegen 10 Uhr wurde Entwarnung gegeben. Die Fahndung nach dem Unbekannten dauert an.

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An einer Förderschule in Unterschleißheim gab es eine Bombendrohung, ein Gymnasium in Sendling erhielt eine E-Mail mit "interpretationsfähigem Inhalt". Die Polizei gibt nach den Durchsuchungen Entwarnung.

Auf dem Zentrum an der Johann-Schmid-Straße befinden sich eine Grundschule, eine Mittelschule und ein Sonderpädagogisches Förderzentrum sowie mehrere Kindertagesstätten. Insgesamt waren dort etwa 1000 Schülerinnen und Schüler betroffen, erklärte eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern. Demnach wurden die Grundschüler sowie die Schüler des Förderzentrums in die Mensa des Carl-Orff-Gymnasiums gebracht, das nicht weit entfernt liegt. Dort wurden sie von den Lehrern betreut, bis die Eltern sie abholten. Die Mittelschüler wurden nach Hause entlassen, deren Eltern wurden informiert.

Auch die Kinder der Kindertagesstätten St. Korbinian, Wirbelwind und Don Bosco mussten ihre Einrichtungen verlassen und wurden im Rathaus untergebracht, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden konnten. Die Fälle in Sendling und Unterschleißheim haben nach Erkenntnis der Polizei nichts miteinander zu tun. Eine Gefahr für die Schüler habe zu keiner Zeit bestanden, erklärte die Polizei. Gleichzeitig lobte sie das Verständnis und die besonnene Reaktion von Lehrern, Schülern und Eltern. Die für Dienstag angesetzten Abiturprüfungen sollen nun am Donnerstag nachgeholt werden.