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Breitensport:Die Münchner Eisstadien sind marode

Normalerweise sind die Freizeit-Eislaufer im Eislaufzentrum Ost im Rondell um das Innenfeld unterwegs. Doch jetzt ist das Rondell eine einzige Pfütze, die Freizeitfahrer müssen auf das Innenfeld ausweichen.

Wo die Freizeitspieler im Eissportzentrum Ost normalerweise im Oval fahren, gibt es zurzeit nur Pfützen. Das Eisstadion hat ein Leck, Freizeitfahrer müssen auf das Innenfeld ausweichen.

(Foto: SZ)
  • Viele der Münchner Eissportstadien sind Sanierungsfälle.
  • Aktuelles Beispiel ist das Eis- und Funsportzentrum Ost: Wegen eines Lecks musste der Saisonstart verschoben werden.
  • Anfang Dezember soll nun der Stadtrat einen Sanierungsplan für die Eissportzentren verabschieden - wonach das Eissportzentrum Ost allerdings erst in acht Jahren fertig renoviert wäre.

Anhänger des Wintersports in München gehen schwierigen Zeiten entgegen - woran ausnahmsweise nicht die Klimaerhitzung schuld ist, sondern der marode Zustand der Technik in den Eisstadien. Daran erinnert wurden passionierte Schlittschuhläufer gerade erst vor wenigen Tagen, als im Eis- und Funsportzentrum Ost an der Staudingerstraße 17 der pünktliche Start in die Saison wieder einmal verschoben wurde: Im Kühlsystem war offenbar erneut ein Leck aufgetreten, das repariert werden musste - so wie bereits im Vorjahr.

Inzwischen hat sich der Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach des Themas angenommen. Die Lokalpolitiker verabschiedeten einstimmig die Anträge dreier BA-Fraktionen, die im Kern allesamt eine möglichst zügige Sanierung des Eissportzentrums Ost fordern. So bedauert beispielsweise die CSU in ihrem Dringlichkeitsantrag, dass heuer erneut die Eisflächen nicht pünktlich für Besucher freigegeben werden konnten. "Betroffen sind hunderte Freizeit- und Vereinssportler, die ihrem Sport nun entweder gar nicht nachgehen können oder nur unter Inkaufnahme weiter Wege."

Die Wände dreckig, der Boden feucht - das Eissportstadion ist in einem maroden Zustand.

Das Eissportstadion Ost ist in einem maroden Zustand.

Und auch der SPD pressiert's mit ihrem Vorstoß für eine schnellstmögliche Reparatur der Ammoniakanlage des Eis- und Funsportzentrums am Ostpark. Die erneut verzögerte Öffnung stelle angesichts einer zeitlich eh sehr begrenzten Saison vor allem für die dort trainierenden Vereine ein großes Problem dar. Außerdem geben die Sozialdemokraten zu bedenken: "Trainingseinheiten und Turniere müssen entfallen, da Ausweichflächen, sofern sie in München vorhanden sind, auch voll belegt sind." Aber auch den sonstigen Freizeitsportlern sei der jetzige Zustand des Eissportzentrums nicht zumutbar. Nach Ende der Saison sollte es deshalb komplett saniert werden.

Die Grünen fordern eine baldige ökologische Sanierung

Ginge es nach dem Antrag der Grünen, sollte dies aber nicht nur bald, sondern auch zeitgemäß erfolgen. Sie fordern die Stadt auf, beim notwendigen Umbau der Technik eine ökologische und energieeffiziente Kältetechnologie einzusetzen. Gleichzeitig sollte, um die Energiebilanz im Gesamtverbrauch zu senken, eine Überdachung in Erwägung gezogen werden. Für das Eishockeyfeld sollte Gleiches gelten, hier brauche es eine Anzeigentafel und eine Uhr, um den Spielbetrieb für die Vereine wieder möglich zu machen.

In der Diskussion kritisierte Janet Blume (CSU), dass Vereins- und Freizeitsportler bislang von der Stadt nicht informiert worden seien, wie es mit dem Eissportzentrum weitergehen soll. "Und wir können nur spekulieren, was kommen wird", fügte sie mit Blick auf die Rolle des BA hinzu. Überhaupt habe die Stadt den Sanierungsbedarf, der Blume zufolge bei solchen Anlagen durchaus absehbar ist, verschlafen. Mit vereinzelten Reparaturen dürfte es jedenfalls nicht getan sein, mahnte sie.

Beatrix Katzinger (Grüne) wiederum pochte darauf, dass bei den anstehenden Planungen die Vereine miteinbezogen werden. Und ihre Parteifreundin Gunda Wolf-Tinapp plädierte in dem Zusammenhang dafür, im Zuge der Sanierung die 400-Meter-Bahn unbedingt zu erhalten. Gerade für Nachwuchssportler im Wettkampfbereich sei eine solche Einrichtung eminent wichtig, wolle man nicht gezwungen sein, junge Eisschnellläufer zu weiter entfernten Leistungszentren zu fahren.

Die Türen sind mit Absperrband versperrt, die Menschen werden nach rechts auf das Innenfeld umgeleitet.

Eisläufer werden zum Innenfeld umgeleitet.

(Foto: Stephan Rumpf)

Allerdings war die Stadt keineswegs untätig in der Angelegenheit. So verwies der stellvertretende BA-Vorsitzende Kurt Damaschke (SPD) auf eine Beschlussempfehlung, die der Sportausschuss zur Zukunft des Eissports in München erarbeitet hat. Dieser Entwurf soll offenbar am 4. Dezember dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden. Das darin ausgebreitete Tableau dürfte den Lokalpolitikern allerdings kaum Freudenschreie entlocken. Denn die Fachleute schlagen zur Verbesserung der jetzigen Situation folgenden Fahrplan vor: Als erstes soll demnach bis Ende 2021 im Olympiapark das neue Eissportstadion entstehen, das dann vom EHC München und den Basketballern des FC Bayern München gemeinsam genutzt wird.

Von 2022 bis 2024/25 soll dann aber zunächst das Eissportzentrum West in Pasing wieder auf Vordermann gebracht werden. Und erst im Anschluss käme das Eissportzentrum Ost an die Reihe, voraussichtlich in den Jahren 2025 bis 2027/28. Was die Sprecherin der SPD-Fraktion, Astrid Schweizer, spontan ausrufen ließ: "Was, 2027/28? Das kann ich nicht hinnehmen." Ziel müsse die "schnellstmögliche Sanierung" der Anlage an der Staudingerstraße sein.

Der äußere Rundlauf ist eine einzige Pfütze.

Von Kosten für einen solchen Schritt, wann immer er auch getan wird, ist in dem Beschlussentwurf im Übrigen noch keine Rede. Dazu müsste erst noch eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

© SZ vom 25.11.2019/vfs
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