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Tests negativ:Lockerungen für Geflüchtete

Stadt hebt strenge Quarantäne in Gemeinschaftsunterkunft auf

Von Thomas Anlauf

Das Gesundheitsreferat hat am Mittwochnachmittag die strenge Quarantäne für die staatliche Gemeinschaftsunterkunft von Geflüchteten in Freiham vorzeitig aufgehoben. Von den 216 in Containern lebenden Menschen müssen lediglich Personen, die engen Kontakt zu einem einzigen Bewohner hatten, der am 7. Juli positiv auf das Coronavirus getestet wurde, weiterhin in der zweiwöchigen Quarantäne bleiben. Da eine Reihentestung am 11. Juli nur negative Befunde ergeben hatte, habe man die Hausquarantäne nach Eingang des Befundes "aus Gründen der Verhältnismäßigkeit" am 15. Juli "mit sofortiger Wirkung aufgehoben", teilte das Gesundheitsreferat am Donnerstag auf SZ-Anfrage mit.

Politiker der Grünen und Wohlfahrtsverbände hatten die strengen Quarantäne-Bedingungen insbesondere in Container-Unterkünften kritisiert, da in den Zimmern Temperaturen von bis zu 50 Grad herrschen sollen und die Menschen aus Sicherheitsgründen kaum frische Luft schnappen dürfen. Betroffene Bewohner erhalten offenbar Informationen, in denen sogar von Bußgeldern die Rede ist, sollte ein Geflüchteter gegen die Auflagen verstoßen. Die Polizei sei befugt, im Notfall die Bewohner physisch dazu zu bewegen, in ihre Zimmer zurückzukehren.

Andrea Betz, Sprecherin der freien Wohlfahrtsverbände in München, begrüßt die Aufhebung der Quarantäne als eine "gute Entscheidung der Verantwortlichen". Derzeit gilt noch bis 21. Juli Hausquarantäne in zwei Flüchtlingsunterkünften in Moosach und Schwabing, an diesem Freitag könnte die Quarantäne in einer Unterkunft in Berg am Laim enden. Anfang der Woche waren noch 621 Geflüchtete in München in Quarantäne.

© SZ vom 17.07.2020
Gülseren Demirel, 2018

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Politiker wollen die Situation in den Gemeinschaftsunterkünften verbessern. Beobachter berichteten zuvor, dass insbesondere in den Containern Temperaturen von bis zu 50 Grad gemessen würden.

Von Thomas Anlauf

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