Erneuter Fall von Jugendgewalt in München:Zwei Mädchen von Jugendgruppe über Stunden misshandelt

Erneuter Fall von Jugendgewalt in München: Zwei der Tatverdächtigen sitzen mittlerweile in U-Haft (Symbolfoto).

Zwei der Tatverdächtigen sitzen mittlerweile in U-Haft (Symbolfoto).

(Foto: Martin Dziadek/Imago)

Eine 15-Jährige und eine Zwölfjährige werden in München bedroht und geschlagen. Videos davon tauchen später in sozialen Netzwerken auf. Zwei minderjährige Tatverdächtige sitzen mittlerweile in U-Haft.

Von Stephan Handel

Erneuter Fall von Jugendgewalt in München: Vier Jungen und ein Mädchen, alle zwischen 14 und 17 Jahren alt, haben laut Polizei in Bogenhausen zunächst eine 15-Jährige, später eine hinzugekommene Zwölfjährige über drei Stunden hinweg misshandelt und bedroht. Die Tat, von der die Beamten erst an diesem Donnerstag berichteten, hatte sich bereits am 12. Juni ereignet.

Sie nahm ihren Anfang gegen 17 Uhr am Rosenkavalierplatz. Dort passte die Tätergruppe ihr erstes Opfer ab und forderte einen zweistelligen Geldbetrag, den das Mädchen angeblich schuldete. Die 15-Jährige weigerte sich, das Geld herauszugeben und wurde deshalb geschlagen und getreten, außerdem wurden ihr ihre kabellosen Kopfhörer abgenommen.

Danach begab sich die Gruppe mit ihrem Opfer in einen Park nahe des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium. Dort kam das zweite Opfer hinzu, auch die Zwölfjährige wurde geschlagen und mit einem Messer bedroht. Außerdem sollte sie 1000 Euro bezahlen.

Als die Gruppe erneut die Örtlichkeit wechseln wollte, konnten sich die beiden Mädchen absetzen und flüchten. Sie wurden beide leicht verletzt. Am Abend erstatteten sie mit ihren Eltern Anzeige bei der Polizei. Weil Täter und Opfer flüchtig miteinander bekannt waren und außerdem Videos der Tat in sozialen Netzwerken auftauchten, konnte die gewalttätige Gruppe identifiziert werden.

Der mutmaßliche 17-jährige Haupttäter war wegen anderer, ähnlicher Delikte bereits polizeibekannt. Er kam in Untersuchungshaft - ebenso die 15-jährige mutmaßliche Mittäterin wegen Verdunkelungsgefahr, weil sie laut Polizei ihr Opfer nach der Tat weiter bedroht habe. U-Haft bei Jugendlichen ist eine eher ungewöhnliche Maßnahme, weil die Hürden hierfür relativ hoch sind. Bis auf den mutmaßlichen Haupttäter, den die Polizei als "arbeitssuchend" bezeichnet, sind alle weiteren mutmaßlichen Täter Schüler.

Erst Anfang August war ein ähnlicher Fall aus dem Westend bekannt geworden. Auch dort hatte eine Gruppe Jugendlicher eine Zwölfjährige über mehrere Stunden hinweg misshandelt.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusGewalt und Mobbing an Schulen
:"Wir riskieren, dass immer mehr Kinder durchs Raster fallen"

Was können Lehrkräfte tun, um Gewalt an Schulen zu verhindern? Bleibt für Prävention und soziale Kompetenzen überhaupt genug Zeit? Die Mittelschullehrerin Isabel Franz berichtet über Streitereien via Whatsapp und Frust unter den Schülern.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: