Neuer Verkehrsknotenpunkt an der Poccistraße:Umsteigen nach Mühldorf und Rosenheim

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Neuer Verkehrsknotenpunkt an der Poccistraße: Einst befand sich dort der Südbahnhof, nun soll an der Poccistraße ein Regionalzughalt gebaut werden.

Einst befand sich dort der Südbahnhof, nun soll an der Poccistraße ein Regionalzughalt gebaut werden.

(Foto: Florian Peljak)

Die Bahn plant in München den Regionalzughalt Poccistraße und entlastet damit die Bahnhöfe Marienplatz, Hauptbahnhof und Ostbahnhof. Theoretisch könnten dort auch S-Bahnen halten.

Von Andreas Schubert

München bekommt einen neuen Verkehrsknotenpunkt. Dort, wo früher der Südbahnhof war und die Stadtteile Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt und Sendling aufeinander treffen, entsteht für 60 Millionen Euro bis zum Ende dieses Jahrzehnts der Regionalzughalt Poccistraße. Nächstes Jahr will die Deutsche-Bahn-Tochter DB Netz die Unterlagen für die Planfeststellung, also die Baugenehmigung, einreichen. Der Bau könnte laut Projektleiter Uwe Leidig dann in zwei bis drei Jahren beginnen - je nachdem, wie schnell das Eisenbahnbundesamt als Genehmigungsbehörde die Pläne prüft.

In den vergangenen Jahren hat sich das Viertel rund um das Kreisverwaltungsreferat (KVR) ziemlich gewandelt. Zu den markantesten baulichen Veränderungen gehören das neue Volkstheater an der Tumblinger- und das Kulturzentrum Luise an der Ruppertstraße. Nun also soll ein neuer Bahnhof folgen, an den womöglich auch gleich ein neuer U-Bahnhof angedockt werden soll. Doch ob letzterer gebaut wird - die U-Bahn-Stationen Pocci- und Implerstraße würden dann zusammengelegt - hängt davon ab, ob die Stadt sich für den Bau der U9 entscheidet. Dies steht aufgrund der immensen Kosten von mindestens dreieinhalb Milliarden Euro und der Unsicherheit, ob das Projekt vom Bund finanziert wird, noch lange nicht fest.

Für den neuen Regionalbahnhof spendiert die Stadt den künftigen Fahrgästen einen zusätzlichen Zugang über die Ruppertstraße. Das hat der Stadtrat im Juli beschlossen. Der Zugang wird zwischen der Luise und dem KVR liegen, wo heute bereits eine Feuerwehrzufahrt ist. Die Planungskosten liegen dafür bei 220 000 Euro, insgesamt kostet der Zugang voraussichtlich drei Millionen Euro. Einen Zugang über die Tumblingerstraße hat die Stadt dagegen wieder verworfen, unter anderem wegen diverser Unwägbarkeiten beim Bau und Risiken beim Brandschutz und der Verkehrssicherheit.

Reisende erreichen den Bahnhof mit der U3 und U6 sowie mit Bussen

Der Haupteingang zum neuen Bahnhof wird an der Lindwurmstraße liegen. Von dort, gleich neben der Eisenbahnbrücke, wird das Gelände über ein barrierefreies, knapp 160 Meter langes und vier Meter breites Trogbauwerk erschlossen. Durch eine Unterführung gelangen die Passagiere dann zum 340 Meter langen Bahnsteig, der sich auf Höhe des KVR, des Standesamts und der Luise befindet. Dort sollen dann zum Beispiel die Züge aus und in Richtung Mühldorf, Rosenheim und dem Chiemgau halten.

Reisende erreichen das Zentrum künftig mit der U3 oder der U6, vielleicht von Ende der 2030er Jahre an auch mit der U9. An der Pocci- und Ruppertstraße hält zudem die heutige Metrobuslinie 62, an der Implerstraße die Buslinie 132. Nach einer früheren Schätzung werden 7700 Passagiere am Tag erwartet, es werden aber wohl mehr werden, nicht zuletzt wegen des Volkstheaters und der auf dem Viehhof geplanten Wohnbebauung. Fest steht für die DB: Der Regionalzughalt wird die stark frequentierten Umsteigebahnhöfe Marienplatz, Hauptbahnhof und Ostbahnhof entlasten.

Theoretisch könnten laut Projektleiter Leidig auch S-Bahnen an der Poccistraße halten. Da der Bahnsteig aber mit 76 Zentimetern Höhe auf Regionalzüge ausgerichtet ist, wäre der Zugang zu den S-Bahnen nicht barrierefrei, da deren Einstiegshöhe bei 96 Zentimetern liegt.

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