Schulen Musterschüler Putzbrunn

Der Landkreis treibt seine Schulbaua-Offensive voran. Ein neues Gymnasium in Putzbrunn wird immer wahrscheinlicher.

(Foto: dpa)

Hohenbrunn will Standort für ein neues Gymnasium werden, doch die Nachbargemeinde gilt als klarer Favorit

Von Christina Hertel

Spätestens zum Beginn des Schuljahres 2025/26 benötigt der südöstliche Landkreis München ein neues Gymnasium - weil immer mehr Menschen in die Region ziehen und das neunjährige Gymnasium wieder eingeführt wurde. Bis jetzt kamen dafür die Gemeinden Hohenbrunn, Neubiberg und Putzbrunn in Frage. Doch nun zeichnet sich ein klarer Favorit ab: Voraussichtlich wird das Gymnasium in Putzbrunn im Ortsteil Waldkolonie gebaut.

Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) führt bereits mit Grundstückseigentümern Verhandlungen und zeigt sich zuversichtlich, dass es seine Gemeinde innerhalb der nächsten sechs Jahre schaffen kann, eine neue Schule zu errichten. Doch ihm sei durchaus bewusst, wie sportlich diese Aufgabe in so einem kurzen Zeitraum sei, sagt er. Auch der Hohenbrunner Gemeinderat sprach sich in seiner Sitzung am Donnerstag grundsätzlich für ein neues Gymnasium in seiner Kommune aus - obwohl die Chancen dafür schwinden.

Für den Standort Putzbrunn spricht, dass er die bestehenden Gymnasien in Neubiberg und Ottobrunn spürbar entlasten und auch Schüler aus Neuperlach anziehen könnte, wie eine Untersuchung zeigt. Der Zweckverband Staatliche weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises München beschloss daher, ein Gymnasium in Putzbrunn weiterzuverfolgen.

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Eine Erweiterung in Neubiberg ist vom Tisch

Eine Schule in Neubiberg verwarf er. Hohenbrunn sei zwar noch im Rennen. "Doch es ist nicht anzunehmen, dass ein Gymnasium dort die bestehenden Schulen in einem gleichen Maß entlasten würde", sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) der Süddeutschen Zeitung. Eine Erweiterung der Gymnasien Ottobrunn und Neubiberg ist damit definitiv vom Tisch.

Wären die beiden Schulen erweitert worden, hätten sie wohl jeweils mehr als 1500 Schüler gehabt - zu viel aus Sicht des Zweckverbands. Und auch aus Sicht des Kreistags, der sich gegen solche Mega-Schulen ausgesprochen hat. Das Gymnasium in Höhenkirchen-Siegertsbrunn indes wird wachsen: von nun 850 auf 1200 Schüler bis 2025, bestätigt Landrat Göbel.

Dass eine neue Schule in Putzbrunn anders als in Hohenbrunn an keinem S-Bahnhof liegen würde, ist aus Göbels Sicht nicht problematisch. Mit dem Bus sei die Waldkolonie aus Neubiberg und Ottobrunn gut zu erreichen. "Es wird aber sicher nicht der letzte Schulbau im Landkreis", sagte der Landrat. "Deshalb bin ich froh, wenn sich mehrere Gemeinden bereit zeigen."

Eine Schule würde den Ort aufwerten

Die Hohenbrunner Gemeinderäte waren sich am Donnerstagabend weitgehend einig, dass ein neue Schule den Ort aufwerten würde. Doch ganz ungelegen, diese nicht gleich innerhalb der nächsten sechs Jahre realisieren zu müssen, kommt es einigen Gemeinderäten offensichtlich nicht: Anton Fritzmaier (CSU) bezweifelte, die Aufgabe in diesem Zeitraum stemmen zu können - 2035 halte er für realistischer. Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) wies darauf hin, dass es noch kein Konzept für das Areal westlich der Bahn gebe.

Doch er betonte, wie wichtig es sei, sich nun Gedanken zu machen. "Wenn in zehn bis 15 Jahren 1000 Bürger mehr in der Gemeinde leben, brauchen die auch eine Schule." Und Regina Wenzel von der SPD rief ihre Gemeinderatskollegen dazu auf, mutig zu sein: "Wenn wir immer so zögerlich rum tun, kriegen wir nie ein Gymnasium." Dagegen stimmten letztlich nur Gisela Pfaller und Wolfgang Schmidhuber von den Grünen. Ihre Entscheidung begründeten sie indes nicht.