Beschluss des Gemeinderats Ismaning schafft Gebühren ab

1500 Plätze zur Kinderbetreuung bietet Ismaning an.

(Foto: Catherina Hess)

Für Kindergartenkinder ist der Besuch künftig frei, die Anmeldung soll online erfolgen

Von Sabine Wejsada, Ismaning

Frohe Botschaft für Ismaninger Eltern: In allen gemeindlichen Kindergärten werden nach Angaben aus dem Rathaus die Plätze beitragsfrei. Wie Christian Freund, Leiter der Abteilung Bildung und Soziales, am Donnerstag im Gemeinderat berichtete, wird dies durch die gesetzlichen Änderungen im bayerischen Bildungs- und Kinderbetreuungsgesetz möglich, die einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro pro Kindergartenkind regeln. In den Genuss kommen Buben und Mädchen, die rückwirkend zum 1. April Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben.

Die Gemeinde Ismaning wird das Steuergeschenk der Staatsregierung direkt an die Eltern weiterreichen. Bisher müssen Eltern in den sieben gemeindlichen Kindergärten je nach gebuchter Dauer zwischen 45 und maximal 70 Euro zahlen. Das dritte Kindergartenjahr vor der Einschulung ist bereits kostenlos.

Weil in Ismaning die Gebührenstruktur schon jetzt so familienfreundlich ist und es hohe Geschwisterermäßigungen gibt, rechnet das Rathaus nach der Gesetzesänderung mit einem Überschuss von 221 000 Euro. Nach Empfehlung der Verwaltung sollte das Geld in die Qualität des Personals in den Kindergärten investiert werden. Ismaning hat nach eigenen Angaben einen überdurchschnittlich guten Anstellungsschlüssel bei Erziehern und Kinderpflegern.

Die Gebäude seien in gutem Zustand, ebenso die Ausstattung der Tagesstätten. Wegen der Tarifbindung im öffentlich Dienst könnten die Löhne des Personals nicht angehoben werden, sagte Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Sollte sich in dieser Hinsicht in Zukunft etwas ändern, dann sei es denkbar, Zulagen und höhere Entgelte zu bezahlen, hieß es in der Sitzung. Das stieß im Gremium auf Gefallen. Auf Geheiß von Bruno Rimmelspacher (SPD) soll nun noch geprüft werden, wie bei Grenzfällen verfahren werden soll, die sich durch das Geburtsdatum der Kinder und dem sich daraus ergebenden Wechsel von der Krippe in den Kindergarten ergeben. Würde nämlich ein Kind im Januar drei Jahre alt, könne es erst im September in den Kindergarten gehen; die Eltern kämen dann erst in den Genuss der Beitragsfreiheit - was die SPD als durchaus ungerecht empfindet. Greulich sagte zu, "etwaige Ungerechtigkeiten auszubügeln".

Um Eltern, Kitas und auch der Verwaltung die Anmeldung für das neue Kindergartenjahr zu erleichtern, wird es in Zukunft ein Online-Portal für alle in der Kommune bestehenden Einrichtungen geben. "Das hat für alle Vorteile", sagte Sozial-Abteilungsleiter Freund in der Sitzung. Nach Beschluss des Gemeinderats wird die Kita-Anmeldung bald digital möglich sein. Das sei zeitgemäß, bequem und schone auch noch die Umwelt, weil man nicht mehr Tausende von Seiten mit Satzungen ausdrucken und den Eltern überreichen müsse. Zum Beginn des Kindergartenjahres 2020/21 können die Anmeldungen online erfolgen. Die ganz analogen Tage der offenen Tür in den Kitas wird es freilich weiter geben. Alles lässt sich eben nicht über Smartphone und Tablet rausfinden und anschauen.

In diesem September werden in Ismaning485 Kinder in den Einrichtungen am Ort aufgenommen. Diese haben eine Kapazität von derzeit insgesamt knapp 1500 Plätzen.