Was läuft im Jazz?:Jazz-Highlights im Februar

Was läuft im Jazz?: Gaard Nilssen (Mitte) und sein Trio "Acoustic Unity".

Gaard Nilssen (Mitte) und sein Trio "Acoustic Unity".

(Foto: Christophe Charpenel)

Die Crème de la Crème der Jazz-Welt trifft sich wieder in den Münchner Clubs.

Von Oliver Hochkeppel

Man hat sich streng genommen viel zu sehr daran gewöhnt, dass in der Unterfahrt nahezu Tag für Tag die Crème de la Crème der Jazz-Welt aufmarschiert. In den meisten Städten der Welt kann man von einem Angebot wie hier in den nächsten Wochen nur träumen. Da wäre zunächst der aktuell kräftig gehypte Schlagzeuger und Vibrafonist Gaard Nilssen: Vor Kurzem war er mit seinem Supersonic Orchestra in der Muffathalle zu sehen, jetzt kommt er mit seinem angestammten Trio Acoustic Unity (10.2.). Und räumt danach sozusagen die Bühne auf für das Trio des amerikanischen Star-Saxofonisten Chris Potter (11.2.) - einer der Stammgäste in der Unterfahrt.

Ohnehin ist es ein Monat der Trios in der Unterfahrt. Weilheims und Deutschlands Saxofon-Hero Johannes Enders stellt sein neues namens MicroOrganisms vor, wie der Name verrät, ein Orgeltrio mit Renato Chicco an der Hammond (15.2.). Ebenfalls zu dritt, nämlich mit dem Bassisten Levi Dover und dem Schlagzeuger Mark Nelson stellt die kanadische Pianistin Gentiane MG, die in ihrer Heimat zuletzt allerlei wichtige Preise bis zum Opus Award als "Entdeckung des Jahres" abgeräumt hat, ihr aktuelles Album "Walls Made of Glass" vor 16.2.) vor. Und schon tags darauf ist mit dem italienischen Pianisten Antonio Faraò einer der sensibelsten, zwischen europäischer Klangkultur und amerikanischer Jazz-Ästhetik vermittelnder Tastenstreichler mit seinem Trio zu Gast (17.2.).

Den Monat beschließen zuerst die österreichische Supergroup Interzone des Trompeters Mario Rom mit Herbert Pirker am Schlagzeug und Lukas Kranzelbinder am Bass (28.2.) - dessen größere, vor kurzem hier spielende Truppe Shake Stew gewissermaßen hier ihre Keimzelle hat. Und schließlich das Trio des norwegisch-amerikanischen Gitarristen und ECM-Künstlers Jacob Young mit seinem typisch nordischen Sound (29.2.).

Davor gibt es auch herausragende andere Besetzungen, vom US-Duo der Pianisten und Organisten Larry Goldings und Jake Sherman (20.2.) über die Quartette der Jazzrausch-Bigband-Trompeterin Angela Avetisyan (23.2.) und des Saxofon-Shooting-Stars Jakob Manz (27.2.) sowie die Quintette des französischen Saxofonisten und Flötisten Pierre Bertrand (21.2.) und des aus Bad Tölz stammenden Bassisten Tom Berkman (der freilich in New York und Berlin zu Hause ist und sein neues Album auch "Journey" nennt, 24.2.) bis zum Large Ensemble der Schweizer Saxofonisten Sarah Chaksad (22.2.).

Natürlich läuft auch anderswo Hörenswertes. Im Deutschen Theater präsentiert sich Comedian Chris Boettcher in seiner neuen Rolle als Bigband-Crooner mit eigenen Songs, gewissermaßen ein Bayer auf den Spuren von Roger Cicero (13.2.). In der Jazzbar Vogler ist in einer Deutschland-Premiere die amerikanische Sängerin, Tänzerin und Dichterin Glenys Vargas mit ihrem Gotham Jazz Project zu sehen (10.2.).

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