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Fußball-Europameisterschaft in München:Ein Rückzug ist "kein Thema"

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In der Münchner Arena sollen drei Gruppenspiele sowie ein Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft stattfinden.

(Foto: imago images/Lackovic)

Im Rathaus herrscht Irritation über die Uefa, die eine Zuschauer-Garantie will. Als Ausrichter des Sportereignisses zurücktreten will man in der Stadtspitze jedoch nicht.

Von Heiner Effern

München wird als Spielort der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr keine frühzeitigen Garantien abgeben, dass trotz Pandemie bei den vier angesetzten Spielen Zuschauer ins Stadion kommen dürfen. "So sehr ich mir wünschen würde, in die Zukunft schauen zu können, ich kann es leider nicht. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie zulässt, im Juni Zuschauer zuzulassen oder nicht", erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Damit reagierte er auf eine Aussage von Aleksander Ceferin, dem Präsidenten des europäischen Fußballverbands Uefa. "Jeder Ausrichter muss garantieren, dass Fans zu den Spielen dürfen", hatte sich dieser in kroatischen Medien festgelegt. Derzeit sind in Deutschland wegen der Corona-Krise keine Zuschauer in den Stadien erlaubt. Reiter zeigte sich irritiert, von den Vorstellungen des Uefa-Präsidenten aus den Medien zu hören. "Ich würde mir gerade in diesen Zeiten wünschen, dass die Verantwortlichen der Uefa hier den direkten Austausch mit den Gastgeber-Städten suchen, um gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten", erklärte er.

Auf Nachfrage teilte die Uefa mit, dass weiter bis 7. April jede Ausrichterstadt ihr Szenario für Zuschauer im Stadion einreichen müsse. Wenn keine erlaubt seien, scheide ein Spielort nicht automatisch aus, aber man müsse dann überlegen, ob solche Partien Sinn machten oder verlegt würden. München betonte, weiter mit den drei Gruppenspielen der deutschen Mannschaft gegen Frankreich am 15. Juni, Portugal am 19. Juni und Ungarn am 23. Juni sowie mit einem Viertelfinale zu planen. "Ein Rückzug Münchens war und ist kein Thema", heißt es wörtlich. OB Reiter sendete aber dazu ein nicht zu missverstehendes Signal an die Uefa: Auch für einen Fußballverband werde er nicht die Gesundheit der Menschen gefährden und auch nicht geltendes Recht missachten.

Die Stadt sei bei der Zulassung von Zuschauern abhängig von der zum Zeitpunkt der Europameisterschaft geltenden Pandemieschutz-Verordnung des Freistaats, heißt es in der Mitteilung von der Stadt. Es sei zwar denkbar und wünschenswert, dass man im Juni Publikum in Stadien zulasse, eine Vorab-Garantie sei jedoch unmöglich. "Klar ist aber, dass Veranstaltungen dieser Art mit Zuschauern nach den aktuellen Vorschriften nicht erlaubt sind", sagte Reiter.

Die Aussagen des Uefa-Präsidenten hatten im Münchner Organisationsteam für viel Unruhe gesorgt. Nach Rücksprache mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) erklärte die Stadt, dass man wie geplant und bisher gefordert weiter mehrere Szenarien für Publikumsbesuche erarbeite, also Konzepte für verschiedene Zuschauerzahlen. Das Turnier soll in zwölf Städten von 11. Juni bis 11. Juli stattfinden.

© SZ vom 18.03.2021 / heff/van/lfr
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