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Neue Verbindung nach Pasing:In luftiger Höhe nach München

La Paz

Über dem Stau durch die Luft schweben: Nicht nur europäische Städte wie London und Barcelona verfügen über Seilbahnstrecken, auch in La Paz in Bolivien werden Kabinen zum Transport von Fahrgästen eingesetzt (im Bild die Linea Azul).

(Foto: Vassil Anastasov)

Die Germeringer SPD schlägt den Bau einer Seilbahn nach Pasing vor. Die wäre rasch zu realisieren und relativ kostengünstig.

Die Germeringer SPD will beim Thema Nahverkehr in die Luft gehen. Die Sozialdemokraten schlagen eine Seilbahnlinie von Germering nach Pasing vor, um eine Alternative zur überlasteten S-Bahn-Linie 8 anzubieten. Insbesondere in Hinsicht auf die Zunahme der Bevölkerung in Germering im nächsten Jahrzehnt und den neuen Stadtteil Freiham sei der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs unumgänglich, heißt es in einem Antrag von Fraktionssprecher Robert Baumgartner. Der Aufbau einer Seilbahnverbindung hat nach Aussage der Initiatoren aber nur Sinn, wenn er mit der Landeshauptstadt abgestimmt wird. Beide Städte müssten den Pendlerverkehr zwischen ihnen gemeinsam bewältigen.

Die Seilbahn-Idee haben die Germeringer Sozialdemokraten erstmals im Herbst des vergangenen Jahres diskutiert. Nun liegt der Antrag auf eine Machbarkeitsstudie vor. Auch Trassenverläufe sind den Unterlagen zu dem Antrag zu entnehmen. Demnach könnte eine Seilbahn zum Beispiel am S-Bahnhof Harthaus starten. Entlang der Bodenseestraße könnte sie zum S-Bahnhof Freiham geführt werden und von dort über die Haltestelle am Westkreuz und die Kleingartenanlage Haberland-/Kafflerstraße zum Bahnhofsplatz in Pasing. Die Länge einer solchen Strecke beträgt nach Berechnungen im SPD-Antrag etwa 6,4 Kilometer und wäre von der Seilbahn in etwa 13 Minuten zu bewältigen. Halten die Kabinen unterwegs zweimal zum Ein- und Aussteigen an, etwa in Freiham und am Westkreuz, dann beträgt die Fahrzeit 16 Minuten.

Nach Ansicht von Baumgartner und Klaus-Peter Müller vom SPD-Ortsverein, dem Autor des Papiers, hat eine Seilbahn auch etliche Vorteile im Vergleich zum Schienenverkehr. So ist sie leichter zu realisieren sowie in Bau und Unterhalt günstiger. Auch die Eingriffe in die Umgebung seien gering, heißt es in dem Antrag. Lediglich die Stützen für die Seilbahn bräuchten Platz. Die Technik ist laut der Initiatoren ausgereift und energiesparend, die Kabinen leise und den Benutzern vom Winterurlaub oder von Bergfahrten her bekannt. Müller verweist darauf, dass Städte wie Barcelona oder London über Seilbahnen als öffentliche Verkehrsmittel verfügten.

Auch in München wird bereits seit einiger Zeit über Seilbahnstrecken diskutiert. So hat die Stadt eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die eine Trasse entlang des Frankfurter Rings auf ihre Machbarkeit hin prüfen soll. Zwischen den U-Bahnhöfen Oberwiesenfeld und Frankfurter Ring, der Trambahnstation Schwabing-Nord und dem U-Bahnhof Studentenstadt könnte eine Seilbahn verkehren. Im kommenden Jahr soll das Ergebnis der Untersuchung vorliegen. Auch in München werden die geringeren Kosten und die rasche Realisierung als Vorteile eines öffentlichen Verkehrsmittels in der Luft gesehen.

Zudem kann eine Seilbahn, auch was ihre Kapazität angeht, mit der S-Bahn konkurrieren. In Kabinen mit Platz für 35 Fahrgäste und einem Abstand zwischen ihnen von 30 Sekunden könnten in der Stunde 4200 Personen in eine Richtung transportiert werden, rechnet das SPD-Papier vor. Drei Langzüge der S-Bahn können bei einem 20-Minuten-Takt in einer Stunde etwa 5400 Fahrgäste in eine Richtung transportieren. Allerdings sei bei der S-Bahn mit viel mehr Verzögerungen zu rechnen als bei einer Seilbahn. Je nach Zuspruch bei den Pendlern könnte eine Seilbahnlinie auch relativ einfach verlängert werden, sagt Müller, beispielsweise entlang der Landsberger Straße oder auch um Germering herum zum Freibad.