Fünf für München:Verliebt und hoch hinaus

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Fünf für München: Noch einmal auf die Wiesn einziehen: Das Münchner Kindl, Viktoria Ostler, genießt nach zwei Jahren Zwangspause den Moment am ersten Wiesn-Samstag.

Noch einmal auf die Wiesn einziehen: Das Münchner Kindl, Viktoria Ostler, genießt nach zwei Jahren Zwangspause den Moment am ersten Wiesn-Samstag.

(Foto: Studio Liebhart/imago)

Warum die Stadt ein neues Münchner Kindl bekommt und ein Linoldruck von Oskar Schlemmer versteigert wird - die Münchnerinnen und Münchner der Woche.

Von Sabine Buchwald, Gerhard Fischer, Clara Löffler und Martina Scherf

Verliebtes Kindl

Das Kind ist erwachsen geworden. Viktoria Ostler, seit 2016 das Münchner Kindl, wird im Oktober ihren Verlobten heiraten. Seit 1938 kürt der Festring München e.V. eine junge Frau zur Botschafterin der Stadt. Auf einem Pferd sitzend, in eine Mönchskutte in den Farben des Münchner Wappens Schwarz und Gelb gekleidet und mit einem Maßkrug aus Pappmaché in den Händen, führt sie den Einzug der Wiesnwirte an. Traditionell am ersten Samstag der Wiesn. Anschließend steht sie beim Fassanstich neben dem Oberbürgermeister. Den Rest der Zeit repräsentierte Ostler die Stadt bei offiziellen Terminen - zum Beispiel alle zwei Jahre beim Münchner Brauertag. Bald aber wird damit für die 29-Jährige Schluss sein. Denn nicht nur gebürtige Münchnerin muss das "Kindl" sein oder eine besondere Verbindung zum Oktoberfest haben (Ostlers Vater belieferte bis vergangenes Jahr zwei große Brauereien mit Malz) - sondern auch ledig sein. Der Hochzeitstermin im Oktober ist also kein Zufall. Die Jurastudentin wollte nach zwei Jahren Pandemie unbedingt noch einen letzten Festzug in ihrer Funktion mitmachen. Ostlers schönster Moment in den vergangenen sechs Jahren? Unter anderem der Kindertag auf der Oidn Wiesn, hat sie im Interview mit dem BR im Hofbräu-Zelt am Tag der Eröffnung verraten. Mit selbstgebastelten Blumen und einstudierten Liedern hätten die Kinder sie "wie eine Freundin" empfangen. "Es ist so schön, diese Wertschätzung zu erfahren." Getraut werden wird Ostler übrigens im Rathaus vom Oberbürgermeister Dieter Reiter höchstpersönlich - so wie sich das für das echte Münchner Kindl gehört. clalo

Fan von Oskar Schlemmer

Fünf für München: Michael Kühn ist ehrenamtlicher im Oxfam-Shop, dort hat er den Linolschnitt des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer entdeckt.

Michael Kühn ist ehrenamtlicher im Oxfam-Shop, dort hat er den Linolschnitt des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer entdeckt.

(Foto: Monika Schreiner/Oxfam)

Mit der Unterstützung von Michael Kühn, 60, ist die Hilfsorganisation Oxfam an einen Linoldruck von Oskar Schlemmer gekommen. Das Bild des Künstlers der Bauhaus-Zeit wird nun zu ihren Gunsten versteigert. Kühn, der ehrenamtlich bei Oxfam arbeitet hat früh die Werke Schlemmers kennengelernt. Sein Vater sei mit ihm in alle Museen Münchens gegangen, auch in eine Schlemmer-Ausstellung im Lenbachhaus, erzählt der Historiker. Der Druck von 1942 zeigt den Kopf einer lesenden Frau, vermutlich den von Schlemmers Ehefrau Helena. Von 29. September an kann bei der Internetauktion "Oxfams Schätze" auf Ebay zehn Tage mitgeboten werden. bub

Spitzen-Forscher

Spätestens, seit im Juli der Marmolata-Gletscher in Südtirol brach und elf Menschen in den Tod riss, müsste allen klar sein: Die alpine Welt und mit ihr der Bergsport werden sich in den nächsten Jahren massiv ändern. Wegen der Hitze in diesem Sommer tauten die Gletscher weltweit dramatisch ab. Dörfer sind bedroht, Bergsteigerrouten wurden geschlossen. Die beiden Münchner Sylvia Hamberger und Wolfgang Zängl haben 1977 die Gesellschaft für Ökologische Forschung gegründet und dokumentieren das Gletschersterben seit mehr als 40 Jahren. In eindrucksvollen Ausstellungen und Fotobänden machen sie auf die Folgen des industriellen Wachstums für das Klima aufmerksam. Am vergangenen Freitag wurden sie in Bern mit dem Albert Mountain Award ausgezeichnet. Den Preis verleiht die schweizerische King Albert I Memorial Foundation alle zwei Jahre an Menschen und Institutionen, die sich für die Welt der Berge als Sportler, Forscherinnen oder Kulturschaffende besonders verdient gemacht haben. mse

Neue Ermittlerin

Fünf für München: Die Münchnerin Marija Kovčo wird vertretungsweise neue Kommissarin bei den Rosenheim-Cops.

Die Münchnerin Marija Kovčo wird vertretungsweise neue Kommissarin bei den Rosenheim-Cops.

(Foto: Saskia Pavek/ZDF)

Es gibt einige feste Rollen bei den Rosenheim-Cops: die quirlige Tratschtante Miriam Stockl (gespielt von Marisa Burger), die im Zentrum dieser ZDF-Krimiserie und ihres Polizeipräsidiums steht. Oder der anscheinend nie alternde und kaum beförderte Michi Mohr (Max Müller), der es vom Polizeiobermeister gerade mal zum Polizeihauptmeister schaffte, was seine offenbar angeborene gute Laune selten trübt. Oder die patente Marie Hofer (Karin Thaler), die erst ihren Bruder Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger) bei sich auf dem Hof beherbergte und dann dessen Nachfolger Anton Stadler (Dieter Fischer). Womit wir bei den Kommissaren wären. Diese wechseln nämlich öfter. Da gab und gibt es die festen, eben Hofer (bis Hannesschläger 2020 starb) und Stadler, dazu Sven Hansen, gespielt von Igor Jeftic. Aber dann treten sehr oft sogenannte Vertretungskommissare und Vertretungskommissarinnen auf, etwa Katharina Abt als Verena Danner oder Vanessa Eckart als Eva Winter. Nun meldet das ZDF zwei neue Vertretungskommissare, diesmal heißen sie sogar "4-Folgen-Vertretungskommissare", weil sie offenbar vier Folgen mitmachen werden: Laura Schmidt (dargestellt von Marija Kovčo, die in München wohnt) und Thomas Schmidt (Moritz von Zeddelmann) spielen vom Dienstag, 18. Oktober, an mit. In ihrem ersten Fall wird ein Finalist des Schafkopfturniers "Die 24 Stunden von Rosenheim" erschlagen. Im Kommissariat, so heißt es in einer Pressemitteilung, entstehen derweilen "Turbulenzen bezüglich der Frage, ob und inwieweit Frau und Herr Schmidt tatsächlich weder verwandt noch verschwägert sind". gfi

Ausgezeichneter Pionier

Fünf für München: Professor Immanuel Bloch, Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik, freut sich über seine Auszeichnung.

Professor Immanuel Bloch, Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik, freut sich über seine Auszeichnung.

(Foto: Jan Greune/LMU)

In der Quantenforschung herrscht Aufbruchstimmung, es fließt viel Geld dorthin, denn von künftigen Supercomputern erwarten Wissenschaft und Wirtschaft wahre Quantensprünge. Immanuel Bloch, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik-Quantenoptik an der Ludwig-Maximilians-Universität, wurde jetzt für seine Pionierarbeit auf dem Feld als "Clarivate Citation Laureate" ausgezeichnet. Den Preis vergibt der Medienkonzern Clarivate an Forschende, die aufgrund ihrer häufigen Zitierung in wissenschaftlichen Veröffentlichungen als Kandidaten für den Nobelpreis gelten. mse

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