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Freising:Auf der Spur der Mini-Partikel

Im Frühjahr starten am Flughafen München Ultrafeinstaub-Messungen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Im Frühjahr starten am Flughafen München Ultrafeinstaub-Messungen.

Von Kerstin Vogel, Freising

Der Bürgerverein Freising, der sich seit Jahren für die Messung von Ultrafeinstaub-Partikeln (UFP) rund um den Münchner Flughafen einsetzt, hat einen großen Etappensieg errungen: Die Universität Bayreuth wird die geforderten Untersuchungen im Stadtgebiet von Freising drei Jahre lang durchführen - im Auftrag der Staatsregierung und auf höchstem wissenschaftlichen Niveau. Wissen möchte man, wie groß die Belastung im engeren Umfeld des Münchner Flughafens durch dort entstehende Ultrafeinstäube ist - auch wenn es immer noch keine Grenzwerte für diese Partikel gibt. Sie werden als gesundheitsgefährdend eingeschätzt, weil sie aufgrund ihrer geringen Größe lungengängig sind.

Um die Belastung zu ermitteln, wird die Universität Bayreuth an zwei Standorten am Flughafen Container mit Messtechnik aufstellen, in die Umgebungsluft eingesaugt und untersucht wird. Einer dieser Standorte wird in Hallbergmoos liegen, der andere auf Freisinger Gebiet, damit die Bereiche südlich und nördlich der Landebahnen erfasst werden können, wie es in der jüngsten Sitzung des Freisinger Planungsausschusses hieß. Für den Freisinger Mess-Container seien noch vier Standorte in der engeren Auswahl: An der Stadtgärtnerei, neben den ehemaligen Schulcontainern an der Erdinger Straße, am Feuerwehrhaus in Attaching und am Hirtenhaus in Achering.

Im Rathaus denkt man über zweiten Messcontainer nach

Diese vier Möglichkeiten wollen die Forscher aus Bayreuth nun dem Ministerium vorlegen - je nach dessen Entscheidung würden dann die Forschungsschwerpunkte gesetzt: In Lerchenfeld könnte es speziell um den realen Eintrag von UFP in das Stadtgebiet gehen, in Achering könnte man die maximale Belastungsbandbreite durch Überflüge ermitteln. Er freue sich, dass mit der UFP-Messung etwas vorangehe, erklärte Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) im Planungsausschuss. Wichtig wäre es in seinen Augen, auch die in der Stadt häufigen Inversionswetterlagen zu berücksichtigen und die Gesamtbelastung zu ermitteln, mahnte er: "Freising ist ja auch ohne den Flughafen nicht eben ein Luftkurort." Tatsächlich planen die Forscher auch andere mögliche Quellen für UFP ebenso wie Wetterdaten in ihre Untersuchungen einzubeziehen, wie es hieß.

Los gehen kann es voraussichtlich im Frühjahr 2021. Weil derzeit wenig Flugbetrieb herrscht, sollen die aktuell unter anderem vom Bürgerverein genutzten Handmessgeräte mit den Daten der Forscher vergleichbar gemacht werden, damit man mit wieder zunehmendem Flugverkehr auch eine mögliche Entwicklung bei den UFP dokumentieren kann. Die Stadt will prüfen, ob nicht ein zweiter Messcontainer aufgestellt werden kann, wie Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher ankündigte.

© SZ vom 14.11.2020/ilos
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