Kino:Das Programm zum 39. Filmfest München steht

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Kino: Vom roten Teppich in Cannes zum Filmfest München: die italienische Schauspielerin Alba Rohrwacher.

Vom roten Teppich in Cannes zum Filmfest München: die italienische Schauspielerin Alba Rohrwacher.

(Foto: Stephane Mahe/Reuters)

120 Filme aus 52 Ländern, darunter 35 Weltpremieren: Auch mehrere Werke vom großen Festival in Cannes sind dabei, für internationalen Glanz soll zudem die Schauspielerin Alba Rohrwacher sorgen.

Von Josef Grübl

Zurück zur Normalität: Normalerweise fangen die Menschen bei so einer Veranstaltungsankündigung an zu gähnen. Für das Filmfest München klingt es aber wie ein süßes Versprechen. Das größte Sommer-Filmfestival Deutschlands möchte wieder das machen, was in den vergangenen beiden Pandemiejahren gar nicht oder nur eingeschränkt möglich war: Filme zeigen, Begegnungen und Austausch ermöglichen, zu Diskussionen anregen. "Die Kultur und das Kino haben es nötig", sagte die Festivalchefin Diana Iljine am Donnerstagvormittag bei der Programmvorstellung des 39. Filmfests. Dieses wird vom 23. Juni bis zum 2. Juli stattfinden, in einer lang vermissten "Normalität", live und vor Publikum.

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Ministerpräsident das Filmfest zum "internationalen Medienfestival" ausbauen wollte, jetzt geht es zurück in die Kinos. Insgesamt elf Spielorte gibt es, neben bewährten Festivalkinos wie dem Rio Filmpalast, dem Filmmuseum oder den City Kinos stehen auch die Outdoor-Variante "Kino, Mond und Sterne", das "Sugar Mountain" und das Gasteig HP8 auf der Liste. "Wir zeigen 120 Filme aus 52 Ländern, davon sind 35 Weltpremieren", verrät Iljine. Eröffnungsfilm ist das Historiendrama "Corsage", die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer erzählt darin von der gereiften Kaiserin Sisi (Vicky Krieps).

Kino: Zur Eröffnung läuft "Corsage" mit Vicky Krieps als Kaiserin Sisi.

Zur Eröffnung läuft "Corsage" mit Vicky Krieps als Kaiserin Sisi.

(Foto: Ricardo Vaz Palma/Alamode Film)

Der Film lief erst vor kurzem in Cannes, von dort kommt noch ein weiterer Film mit Krieps ("Mehr denn je") sowie die jüngsten Regiearbeiten von Hirokazu Kore-eda ("Broker"), Kirill Serebrennikov ("Tchaikovsky's Wife") oder Felix van Groeningen und Charlotte Vandermeersch ("Acht Berge"). Ebenfalls in Cannes zu sehen war Laura Bispuris Film "Das Pfauenparadies". Dessen Hauptdarstellerin ist eine alte Bekannte des Filmfests: Die Italienerin Alba Rohrwacher war schon öfter zu Gast in München, dieses Jahr erhält sie den Cine-Merit-Award.

Neun der 15 deutschen Kinofilme wurden von Frauen inszeniert

Das deutsche Filmschaffen spielt traditionell eine große Rolle: In die Reihe "Neues deutsches Fernsehen" wurden sieben Serien und acht Fernsehfilme eingeladen, in der Reihe "Neues deutsches Kino" laufen 15 Filme. Es werde diverser und existentieller, sagte der künstlerische Leiter des Filmfests, Christoph Gröner. Neun der 15 deutschen Kinofilme wurden von Frauen inszeniert.

Darüber hinaus sind neue Filme von Klaus Lemke, Aron Lehmann, Adrian Goiginger oder Doris Dörrie zu sehen - der Münchner Regisseurin ist die Hommage des Filmfests gewidmet. Es werden neue Preise verliehen, unter anderem der Cine-Rebels-Award für cineastische Rebellen und filmische Innovatoren oder der Cine-Kindl-Award für den besten Kinderfilm. Auch ein umfangreiches Rahmenprogramm ist geplant, unter anderem soll es wieder die beliebten Gesprächsrunden "Filmmakers Live" geben - im Amerikahaus, dem neuen Festivalzentrum. Tickets sind von Mitte Juni an auf der Filmfest-Website und über München Ticket erhältlich.

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