Schule:Auftakt zur letzten Etappe

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Schule: In Vaterstetten, Markt Schwaben, Kirchseeon und Grafing beginnen die Abiturprüfungen.

In Vaterstetten, Markt Schwaben, Kirchseeon und Grafing beginnen die Abiturprüfungen.

(Foto: Matthias Bein/dpa)

Für 549 Zwölftklässler im Landkreis Ebersberg beginnen an diesem Mittwoch die Abiturprüfungen.

Von Viktoria Niggemann

Wochenlang - genauer genommen jahrelang - pauken und verstehen, erklären und organisieren - für diesen Moment: Nun ist er da, der große Tag, der Auftakt der letzten Etappe. Gewissermaßen der Anfang vom Ende, das Ziel einer idealerweise achtjährigen Gymnasial-Karriere: An diesem Mittwoch beginnt für 549 Zwölftklässler im Landkreis Ebersberg das Abitur mit dem Fach Deutsch. Die gefallene Test- und Maskenpflicht erleichtert die anstehenden Prüfungen, dennoch bedarf es auch dieses Jahr der "Anstrengung des ganzen Kollegiums", erklärt Marianne Lichnovsky, die stellvertretende Direktorin des Franz-Marc-Gymnasiums in Markt Schwaben.

Wie immer ist an allen vier Gymnasien im Landkreis neben den verpflichtenden Fächern Mathematik, am 3. Mai, und Deutsch, das Fach Englisch als frei wählbare, dritte schriftliche Prüfung am beliebtesten. Schon diesen Freitag werden die Abiturienten über ihren Englisch-Aufgaben brüten. Am 5. Mai schreiben diejenigen, die sich für Französisch als Drittfach entschieden haben und den Abschluss der Prüfungsphase bilden die beiden mündlichen Kolloquiumsprüfungen zwischen dem 16. Und 27. Mai, bevor am 24. Juni die Zeugnisse überreicht werden.

137 Prüflinge zählt das Markt Schwabener Franz-Marc-Gymnasium dieses Jahr. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das Abitur gut über die Bühne bringen", sagt Lichnovsky. Wie in jedem Jahr, sollen die Bedingungen für die Schüler dafür möglichst optimal sein. Die vergangenen beiden Jahre in der Pandemie stellten die Schulen diesbezüglich vor besondere Herausforderungen und auch in diesem Jahr gilt es, sowohl den Schutz der Gesundheit als auch erfolgreiche Prüfungstage sicherzustellen. Dafür muss "jeder jederzeit da sein", erklärt die stellvertretende Schulleiterin. Das bedeutet, dass während des Abiturs alle Lehrkräfte auch an ihren freien Tagen zur Verfügung stehen müssen. Denn um die Abstände zwischen den Prüflingen zu bewahren, werden die Kurse geteilt, was viele Räume und Aufsichtspersonen erfordert. Die Stimmung ist indes gut, denn in der Q12 habe es zuletzt wenige Krankheitsfälle gegeben, sagt sie. "Die Schülerinnen und Schüler sind vernünftig und verantwortungsbewusst und tragen weiterhin freiwillig Masken."

Am Gymnasium Kirchseeon treten heuer 115 Schülerinnen und Schüler zum Abitur an. Neben Mathe und Deutsch werden 14 weitere Fächer zur Prüfung angeboten, die allermeisten Abiturienten wählen auch hier Englisch, so Schulleiterin Simone Voit. Auch sie "schreiben in zig Räumen, ein ganzer Stock ist belegt", sagt sie. Denn dieses Jahr können sie nicht die Turnhalle für die Prüfungen nutzen, da sie dort ukrainische Geflüchtete aufgenommen haben.

Insgesamt 122 Abiturienten werden in diesem Jahr am Max-Mannheimer-Gymnasium in Grafing geprüft. Neben Englisch, mit 60 Prüflingen, sind die Drittfächer Französisch, Latein und Kunst beliebt. Für die Prüfungen hätten sie ohnehin noch nie die Turnhalle genutzt, sagt Schulleiterin Nicole Storz, sondern den sogenannten Langbau, da er große Räume und die Möglichkeit zur Abschirmung vom Schulalltag bietet. So können sie die Schüler trotz Abstandhalten gut verteilen. Sie werden viel lüften. Masken zu tragen sei zwar empfohlen, aber verständlich, wenn sie bei den vier- bis fünfstündigen Prüfungen abgenommen würden. Für die anderen Jahrgangsstufen wird es über die Prüfungstage keinen Distanzunterricht geben - lediglich die Q11 ist diese Woche außer Haus im Praktikum, um die Situation zu entzerren. Ein bisschen Nervosität spürt so kurz vor dem Start auch die Schulleiterin, aber die gehöre dazu und ein bisschen Adrenalin helfe allen, die Sache gut zu meistern. Elementar ist schließlich die Vorbereitung und von ihrer Güte ist Storz überzeugt. Sie staunt, dass sich Kurse teilweise sogar in den Ferien mit ihren Kursleitern - zur fachlichen und seelischen Vorbereitung auf das Abi - getroffen hatten. "Wenn man gut vorbereitet ist", sagt sie, "läuft der Laden schon."

Auch am Humboldt-Gymnasium Vaterstetten geht es heuer für 175 Abiturienten los. Die zehnten und elften Klassen werden an den drei schriftlichen Prüfungstagen Zuhause im Distanzunterricht sein oder an Arbeitsaufträgen arbeiten. Auch in diesem Jahr werden wieder überdurchschnittlich viele Räume für die Abiprüfungen gebraucht, sagt Schulleiter Rüdiger Modell, wenngleich ansonsten durch den Wegfall der Masken- und Testpflicht wieder mehr Normalität einkehre, denn in den Räumen schreiben höchstens 15 Schüler. Modell ist optimistisch, dass die Prüfungen gut verlaufen werden. Die Voraussetzungen seien, auch inhaltlich, bestens: "Ich wünsche allen viel Erfolg und dass sie die Leistungen erzielen, die sie sich vorgenommen haben."

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