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Kommunalpolitik:Hubert Böck gibt SPD-Kreisvorsitz ab

Florian Heiser führt fortan die Genossen im Landkreis Dachau an. Böck bleibt Kreisrat und Gemeinderat in Markt Indersdorf.

Von Christiane Bracht, Dachau

Der Dachauer Kreisvorsitzende der SPD, Hubert Böck, ist von seinem Amt zurückgetreten. "Ich musste mich entscheiden", erklärt er. Aus beruflichen Gründen habe er sich zu diesem Schritt entschlossen, da er nicht mehr genug Zeit habe.

Böck ist Leiter des Rettungsdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Freising und gleichzeitig auch stellvertretender Geschäftsführer. Als solcher ist er für die Corona-Teststelle im Nachbarlandkreis zuständig. Damit warte viel Arbeit auf ihn, sagt er. Im Landkreis Dachau sind die Teststrecken zwar gerade alle abgebaut worden. Wer denkt, damit sei die Arbeit doch eigentlich getan, der irre, versichert Böck. "Die Corona-Krise ist mit dem Ende des Lockdown keineswegs vorbei. Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an." Die Leute hätten dadurch, dass das Leben wieder an Fahrt aufgenommen habe, mit vielen Leuten Kontakt. Wenn einer positiv auf Covid-19 getestet werde, müsse jede Kontaktperson aufgespürt und getestet werden. Außerdem habe der Rettungsdienst nun immer mehr Einsätze, bei denen er Verdachtsfälle versorgen müsse, sagt Böck. Zudem müssten Fortbildungen organisiert werden. "Das kostet alles mehr Zeit und in den nächsten Monaten werden wir noch mehr damit beschäftigt sein, denn Hotspots wird es immer geben." Solange alle daheim waren, habe er deutlich weniger zu tun gehabt. Als Böck im Frühjahr 2019 den Kreisvorsitz von Martin Güll übernommen habe, konnte er diese Arbeitsbelastung noch nicht erahnen.

Florian Heiser: "Ich habe seine Arbeit geschätzt. Aber man muss das akzeptieren"

Florian Heiser, der bisher zusammen mit Martina Tschirge Stellvertreter war, wird den Vorsitz nun kommissarisch übernehmen bis zur nächsten regulären Wahl im Frühjahr 2021. Tschirge ließ ihm den Vortritt. Die Frage, ob es Streit im Vorstand gegeben habe, weisen Böck und Heiser entschieden zurück. "Es ist traurig, dass Böck uns verlässt. Ich habe seine Arbeit geschätzt. Aber man muss das akzeptieren", sagt Heiser.

Böck bleibt Kreisrat und Gemeinderat in Markt Indersdorf. Er wird auch weiterhin den SPD-Ortsverein in seinem Heimatort leiten. "Wir haben eine super Ortsgruppe und einige neue Mitglieder", sagt Böck. Er wolle sich nun darum kümmern, dass sich diese weiterentwickelt. Denn nach den Wahlschlappen der SPD ist es den Genossen sehr wichtig, die Position der Partei zu stärken.

Heiser will sich dafür einsetzen, dass die SPD auf Landkreisebene stärker wird - das was ursprünglich Böck tun wollte. Gleichzeitig muss er die Bundestagswahl vorbereiten. Der Dachauer ist zuversichtlich. Oberbürgermeister Florian Hartmann habe vorgemacht, wie es geht. "Man muss klar und offen auf die Menschen zugehen und ehrlich sein. Das verstehen die Wähler." Dieses Erfolgsrezept zusammen mit guten Ideen will Heiser nun in allen Ortsvereinen publik machen und ein enges Netzwerk spinnen. "Gute Ideen kann man auch in anderen Gemeinden umsetzen", sagt er. Sollten ihn die Genossen bei seiner Arbeit gut unterstützen, kann er sich vorstellen den Kreisvorsitz dauerhaft zu übernehmen.

© SZ vom 29.07.2020
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