China:Hu Jintao und die Politik des Prangers

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China: Angeblich hat er sich nicht wohl gefühlt, doch das glauben wenige: Der frühere chinesische Präsident Hu Jintao wird am 22. Oktober aus der "Großen Halle des Volkes" in Peking geführt, offensichtlich gegen seinen Willen.

Angeblich hat er sich nicht wohl gefühlt, doch das glauben wenige: Der frühere chinesische Präsident Hu Jintao wird am 22. Oktober aus der "Großen Halle des Volkes" in Peking geführt, offensichtlich gegen seinen Willen.

(Foto: Kevin Frayer/Getty Images)

Die öffentliche Demütigung Hu Jintaos auf dem KP-Parteitag in Peking entspringt einer Tradition kommunistischer Gewaltherrschaft - und war genau so gedacht. Das sollten alle im Kopf behalten, die mit der Volksrepublik Geschäfte machen wollen.

Kommentar von Joachim Käppner

Auf den ersten Blick haben die öffentliche Demütigung eines kommunistischen Spitzenfunktionärs in Peking und der geplante Verkauf eines Teils des Hamburger Hafens an den chinesischen Staatskonzern Cosco nichts miteinander zu tun. Als Chinas ehemaliger Staats- und Parteichef Hu Jintao am Wochenende offenbar gegen seinen Willen aus dem Saal des KP-Parteitages geführt wurde, war dies wohl ein Signal des heutigen Amtsinhabers Xi Jinping an die Außenwelt, dass alle Macht nun bei ihm liege. Ganz unabhängig aber davon, was im Inneren des chinesischen Parteiapparates vorgehe, so sehen es die deutschen Befürworter des Hafendeals wie Bundeskanzler Olaf Scholz, werde damit der maritime Standort Deutschland gestärkt. Sie verkennen, was auf dem Spiel steht.

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