bedeckt München
vgwortpixel

Maischberger-Talk zur Flüchtlingskrise:"In Deutschland würde der Tierschutz einschreiten"

Auch Wolfgang Bosbach, CDU, nahm Köppel ein bisschen in Schutz: Man müsse in der Tat die Ängste der Bürger mitdenken. Froh war Bosbach aber vor allem darüber, dass diesmal kein Vertreter aus der CDU-CSU-Familie für einen Eklat sorgte. Sondern ausgerechnet die Grüne Claudia Roth einen Satz sagte, von dem Bosbach glaubte, dass am nächsten Morgen die Hölle los sein würde, wenn er ihn gesagt hätte. Dieser Satz lautete: "Es werden auch Menschen kommen, die nicht unmittelbar verwertbar sind."

Doch dieser Satz taugt in Wahrheit nicht zum Eklat, wie einige andere vor ihm auch nicht, auch wenn sie von CSU-Mann Joachim Herrmann stammten. Viel eher ist es so, dass in der derzeit aufgeheizten Situation mehr auf die Goldwaage gelegt wird als nötig und sich auch innerhalb Deutschlands die Lager bekämpfen, nicht nur innerhalb Europas.

Woher die Angst komme

Was Roth wohl meinte, war ein Vorgriff auf die Kritiker, die von Flüchtlingen erwarten, dass sie alle zu Fachkräften werden - und dann enttäuscht sind, wenn es nicht so kommt.

Ein bisschen enttäuscht war auch Michel Friedman an diesem Abend, weil niemand seine eigene Flüchtlingsgeschichte hören wollte. Trotzdem konnte er noch betonen, dass er Orbán für einen Rassisten halte, Europas Verhalten in der Flüchtlingskrise eine einzige Kapitulation sei und beim Anblick der Zustände in Ungarn und auch Griechenland "in Deutschland bei Tieren der Tierschutz einschreiten" würde.

Für den internationalen Blick war dann ein Wissenschaftler zuständig: Petr Robejsek, deutsch-tschechischer Politikwissenschaftler, erklärte, warum viele Menschen in den osteuropäischen Staaten so viel Angst vor "dem Fremden" hätten: Das seien eben keine Leute, die mal eben zehn Tage Hurghada oder Marokko buchten. Aufgrund ihrer kommunistischen Vergangenheit inklusive Reisebeschränkung würden sie ferne Länder und Religionen kaum kennen. Die Politik, die diese Menschen vertreten und nicht erziehen müsse, sei deshalb nicht unbedingt zu kritisieren: "Wir sollten aufhören, uns gegenseitig Vorwürfe zu machen."